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NEUIGKEITEN

Für Frohnau aktiv.

Nach sieben langen Jahren gab es endlich wieder ein Osterfeuer in Frohnau. Der Bürgerverein hat sich sehr darüber gefreut, dass die Freiwillige Feuerwehr Frohnau gemeinsam mit ihrem Förderverein und in Kooperation mit dem Bezirksamt dieses traditionsreiche Fest wieder aufleben lassen konnte – in diesem Jahr erstmals am Ludolfingerplatz.

Das Fest zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus Frohnau und der Umgebung an. Die Organisation verlief reibungslos – ein großes Lob an alle Beteiligten! An vielen Ständen sorgten die ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehr für das leibliche Wohl. Die Jugendfeuerwehr gab spannende Einblicke in ihre Arbeit. Wichtige Unterstützung kam zudem vom Straßen- und Grünflächenamt sowie vom Ordnungsamt. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner, Falk Hille vom Förderverein, Christian Strauß von der Freiwilligen Feuerwehr sowie Stadtrat Sebastian Pieper.

Der Bürgerverein setzt sich weiterhin dafür ein, dass für die wichtigen Festivitäten in Frohnau dauerhaft Planungssicherheit geschaffen wird. Dazu zählen neben dem Osterfeuer auch Kunsthandwerkermärkte, der Weihnachtsmarkt, die Fête de la Musique und weitere Veranstaltungen. Für mindestens zwei Standorte im Ortszentrum sollten tragfähige Konzepte entwickelt werden, die die Anforderungen von Denkmalpflege, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und den Interessen der Anwohnenden gleichermaßen berücksichtigen.

Diese Feste sind für das gesellschaftliche Leben in Frohnau von überragender Bedeutung. Sie stärken den Zusammenhalt, beleben den Ortskern und machen unsere Gartenstadt für viele Menschen erlebbar.

Unser herzlicher Dank gilt allen, die mit großem Engagement zur Vorbereitung und Durchführung beigetragen haben!

Im Rahmen des Osterfeuers hat der Bürgerverein zudem die neue Saison der Kasinoturmführungen eröffnet. Vom Turm aus bot sich ein eindrucksvoller Blick über das Festgeschehen – und es konnten zahlreiche stimmungsvolle Aufnahmen gemacht werden. 



 
 
 

In ihrer letzten Ausgabe berichtete die RAZ Reinickendorf über den Wochenmarkt in Frohnau – und zeichnete dabei ein Bild, das viele Frohnauerinnen und Frohnauer teilen: Der Markt befindet sich derzeit leider nicht in einem guten Zustand. LINK

Auch der Bürgerverein wurde hierzu befragt und hat die Bedeutung des Wochenmarktes für unsere Gartenstadt betont. Ein lebendiger Markt könnte das bestehende Angebot rund um Ludolfingerplatz und Zeltinger Platz ideal ergänzen. Er würde nicht nur zur dauerhaften Sicherung des Versorgungsstandortes beitragen, sondern auch die Bindung der Menschen an den Ortskern stärken und zusätzliche Besucher anziehen.


Derzeit wird dieses Potenzial jedoch nicht ausgeschöpft. Zwar gibt es einzelne interessante Stände, doch es fehlt an der notwendigen Vielfalt und an einer kritischen Größe, um ein breites Publikumsinteresse zu wecken. Dass auch ein kleinerer Marktbereich attraktiv gestaltet werden kann, zeigt ein Blick in den benachbarten Ortsteil Hermsdorf.

Für Frohnau sehen wir insbesondere Chancen in einer gestalterischen Aufwertung des bestehenden Marktbereichs. Die Eingänge – sowohl von der Brücke als auch von der Burgfrauenstraße – könnten deutlich einladender gestaltet werden. Der Markt würde dadurch stärker ins Blickfeld rücken, denn aktuell nehmen ihn viele Frohnauerinnen und Frohnauer kaum wahr. Vor allem brauchen die Standbetreiber Planungssicherheit und attraktive Pachtbedingungen. Und der Markt müsste wieder ein erkennbares Profil entwickeln.


Dabei ist das Interesse an regionalen und hochwertigen Lebensmitteln in der Bevölkerung ungebrochen. In den örtlichen Geschäften zeigt sich dies bereits deutlich im wachsenden Bio- und Feinkostangebot. Ein Wochenmarkt mit klassischen Ständen, ergänzt durch passende Imbiss- und Caféangebote, könnte diese Nachfrage aufgreifen und das bestehende gastronomische Angebot sinnvoll erweitern.

Die konkreten vertraglichen und organisatorischen Rahmenbedingungen zwischen Bahn, Pächter und Standbetreibern sind uns nicht bekannt. Daher können wir nicht beurteilen, an welcher Stelle hier konkret angesetzt werden müsste. Klar ist jedoch: Eine Stabilisierung des Marktes muss zeitnah erfolgen. Dazu gehören auch faire Preis- und Vertragsstrukturen, die insbesondere für lokale Händler tragfähig sind.


Ein alternativer Standort erscheint derzeit kaum realistisch. Weder der Kirchplatz noch die Innenbereiche der zentralen Plätze eignen sich für einen regelmäßigen Wochenmarktbetrieb. Auch frühere Planungen auf der westlichen Seite der Bahn lassen sich heute nicht mehr umsetzen. Umso wichtiger ist es, den bestehenden Standort gezielt aufzuwerten.

Viele Frohnauer erinnern sich noch gut daran, wie lebendig der Markt früher war: Zahlreiche Stände, ein reges Treiben und enge Gänge, in denen man nicht nur seine Einkäufe erledigte, sondern auch ins Gespräch kam. Mit der Verkleinerung der Fläche Anfang der 1980er Jahre ging diese Atmosphäre immer mehr verloren.


Unser Ziel sollte es sein, an diese Tradition anzuknüpfen und den Wochenmarkt wieder zu einem lebendigen Treffpunkt im Herzen Frohnaus zu machen.

 
 
 

Katrin Pollok (Stadtführungen berlinsehenswert)

Artikelreihe 150. Geburtstage von Poser und Straumer

Erstveröffentlichung in "Die Gartenstadt" 3/2024


Der Baumeister Heinrich Straumer (1876 – 1937) war bis zur NS-Zeit einer der gefragtesten Berliner Architekten. Neben schmucken Wohnhäusern im Landhausstil zählen auch besondere öffentliche Bauten zu seinem Gesamtwerk. Zum Beispiel das Empfangsgebäude für den U-Bahnhof Thielplatz (heute Freie Universität), das Savoy Hotel in Charlottenburg, der Campus für die Landwirtschaftliche Hochschule auf dem Gelände der Domäne Dahlem, die Tribüne der Trabrennbahn Karlshorst und der Berliner Funkturm, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert.


 

Und trotzdem wird anderenorts behauptet, dass Heinrich Straumer in Vergessenheit geraten ist. Jedoch nicht in Frohnau, denn im Nordwesten Berlins ist der Baumeister hinlänglich bekannt. Die nach seinen Entwürfen erbauten Wohnhäuser im englischen Landhausstil sind prägend für den Charakter unseres Ortes.


Das Haus Janson ist eines der markantesten Straumer-Häuser und befindet sich in der Zeltinger Straße Ecke Zerndorfer Weg. Es gehört zu den ersten Landhäusern die in Frohnau gebaut wurden.  In den Jahren 1909 – 1910 errichtete Heinrich Straumer in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Hans Hermann das Wohn- und Wirtschaftsgebäude für den Steinsetzmeister Franz Janson. Mit seiner breitgelagerten Fassade präsentiert es sich vis-a-vis vom Konzer Platz, der einstmals ein schön angelegter Schmuckplatz war. Das L-förmige Gebäude mit seinen zwei Etagen besitzt ein Walmdach, dass einseitig weit nach unten reicht. In besonderem Kontrast steht die farbenfroh geputzte Hausfassade mit den kleinteiligen weißen Sprossenfenstern, die bündig mit der Hauswand abschließen. Auch ohne Fassadenschmuck entfaltet das Hauses eine große Wirkung und wird durch das Bogenfenster links vom Eingang und dem ebenerdigen Anbau, einer Auslucht, an der rechten Seite belebt. 


Der Eingangsbereich ist nachträglich in den dreißiger Jahren eingebaut worden. Ursprünglich befand sich der Zugang zum Wohnhaus vom hinteren Gartenbereich. Denn von der Straße aus führte im Vorgartenbereich eine Zufahrt zur großen Kutschdurchfahrt in den hinteren Teil des Anwesens. Dort befand sich der Wirtschaftshof, ein wichtiger Bereich für den Handwerksmeister Janson. Hier hatte er ausreichend Platz zur Lagerung seiner Baumaterialien und Werkzeuge. Die Remise und die Ställe wurden zur Unterbringung der Fuhrwerke und Pferde benötigt. An Aufträgen mangelte es dem Steinsetzmeister sicher nicht, denn Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es in Berlin üblich Bürgersteige und Straßen zu pflastern. Und trotzdem kam Franz Janson in wirtschaftliche Schwierigkeiten und damit in finanzielle Schieflage. Ein Verkauf des Hauses und des Grundstücks konnte zunächst abgewendet werden und verblieb zumindest einige Jahre in Familienbesitz.


Typisch für die Landhausarchitektur von Heinrich Straumer ist die enge Verbundenheit von Haus und Garten. Das erzielte der Baumeister auch dadurch, dass das Erdgeschoss ohne Sockel errichtet wurde und die Auslucht in den Gartenbereich hineinragt. Es war Straumer stets wichtig, auch die Gartenplanung in fähige Hände zu geben. Und so erfolgte auch bei diesem Bau eine Zusammenarbeit mit dem Gartendirektor Ludwig Lesser, der neben der Planung der öffentlichen Grünflächen für die Berliner Terrain-Centrale auch freischaffend für private Bauherren aktiv war. Der Gartenarchitekt plante im hinteren Bereich des Hauses einen Nutzgarten. Der Vorgarten mit dem Zufahrtsweg wurde als Landhausgarten mit Blumenrabatten, großen Rasenflächen, Laubengängen und Hecken angelegt. Zur Zierde dienten ein Wasserbecken und eine aufgestellte Skulptur.


Heute wird das ehemalige Einfamilienhaus und das große Grundstück als Mehrfamilienhaus genutzt, wobei die Remise abgetrennt und zu Wohnzwecken umgebaut wurde.

Die aus Stein gefertigte große Windrose vor dem Hauseingang erinnert noch heute an Franz Janson.


 
 
 
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