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NEUIGKEITEN

Für Frohnau aktiv.


Projektgruppe von Bürgerverein und Grundbesitzer-Verein (Carsten Benke) 


  • 9. Mai 2026 10:30 Uhr Streifzug zu bestehenden, verlorenen und geplanten Bauten von Heinrich Straumer und Paul Poser in der Ortsmitte Frohnaus. (Anmeldelink) 


Die Bauten von Heinrich Straumer und Paul Poser prägen das Bild von Frohnau. Mehr als hundert Landhäuser, Villen, Einfamilienhäuser sowie Siedlungen, Geschäfts- und Funktionsbauten wurden in von den beiden Architekten in unserem Ortsteil entworfen. 

Sie waren DIE Baumeister der Gründerjahre der Gartenstadt. 

Im Jahr 2026 jähren sich die Geburtstage von Straumer und Poser zum 150. Mal. Ihr Werk soll aus diesem Anlass gewürdigt werden.  


Heinrich Straumer  

7. Dezember 1876 in Chemnitz bis 2. November 1937 in Berlin 


​Die Aktivitäten von Heinrich Straumer in Frohnau konzentrierten sich auf die Jahre zwischen 1908 und 1919. Besonders bekannt sind seine großen Landhäuser (z.B. Haus Janson gegenüber dem Konzer Platz, Landhaus Rudolphson und Landhaus Kleffner-Kreideweis am Ludolfingerweg) sowie die eindrucksvolle Baugruppe „An der Buche“, die Straumer im direkten Auftrag der Berliner Terrain-Centrale von Fürst Donnersmarck errichtete.  

Von der pittoresken Brückenanlage am Fürstendamm ist heute leider nur noch das Umspannwerk (Transformator) erhalten. Das große Direktorenwohnhaus der Terraingesellschaft am Edelhofdamm wurde zugunsten einer Wohnanlage abgerissen. 

Auch im Berliner Südwesten und in seiner Geburtsstadt Chemnitz hat der Baumeister zahlreiche Spuren hinterlassen. Berlinweit ist Straumer heute vor allem als Architekt des Funkturms (1926) in Erinnerung.  

 

 

Paul Poser  

1. Oktober 1876 in Zeulenroda bis 30. Dezember 1940 in Berlin-Frohnau  


​​​​Paul Poser schuf das älteste Wohnhaus in Frohnau (Landhaus Rumland an der Zeltinger Straße) und zahlreiche weitere Villen und Landhäuser während der Gründungsphase der Gartenstadt bis 1918. Auch die heutige katholische Kirche wurde von ihm – ursprünglich entworfen als Turnhalle – errichtet. Ebenso der leider abgerissene Wirtschaftshof des Kasinos an der Welfenallee.  

Für die Berliner Terraincentrale fungierte er in diesen frühen Jahren de facto als Chefarchitekt und begutachtete auch die Entwürfe anderer Architekten für private Bauherren.  

Im Gegensatz zu Straumer setzte sich das bauliche Engagement von Poser in Frohnau auch nach 1918/20 fort, häufig in Zusammenarbeit mit seinem Büropartner Hermann Bamm: In dieser Zeit entstanden u.a. die Villa Wutke am Ludolfingerplatz, die Villa Worch (heute Centre Bagatelle) an der Zeltinger Straße, das Geschäftshaus an der Ecke Ludolfingerplatz/Maximiliankorso, das Gefallenendenkmal an der Wiltinger Straße und die herausragende Siedlung an der Barbarossahöhe.  

Poser baute bis 1940 auch in anderen Ortsteilen von Reinickendorf (u.a. Tegel und Konradshöhe) sowie im nördlichen Umland: So in Glienicke (Rathaus, Friedhofskapelle), Birkenwerder (Post, Schule, Wasserwerkserweiterung, Platzgestaltungen). 


Konzept für das Jubiläumsjahr 


Leider wird beiden Architekten in ihrem Jubiläumsjahr in Berlin nicht angemessen gedacht. Lediglich eine sehr empfehlenswerte Ausstellung im Heimatmuseum Zehlendorf erinnert an die dortigen Bauten von Straumer. Besuchen Sie diese Präsentation des dortigen Heimatvereins noch bis zum 5. April 2026! (LINK) 


Mit einer Erwähnung von Straumer ist zudem im Rahmen des Gedenkens an das 100-jährige Jubiläum des Funkturms im September 2026 zu rechnen. Für Poser sind nach unseren Recherchen beim Bezirk und beim Landesdenkmalamt bislang keinerlei Veranstaltungen geplant. 


Umso mehr ein Grund für den Bürgerverein und den Grundbesitzer-Verein in bewährter Zusammenarbeit der beiden Architekten im Jahr 2026 zu gedenken. Auch der Verein Kulturhaus Centre Bagatelle e.V. wird die Feierlichkeiten unterstützen. Zur Vorbereitung wurde im Spätsommer 2025 eine vereinsübergreifende Arbeitsgruppe gebildet. Ein Konzept mit zahlreichen Veranstaltungen und Projekten wurde erarbeitet. 

Die Aktivitäten werden ab April/Mai 2026 starten und voraussichtlich bis November 2026 andauern. Ziel ist es, das Werk der beiden Architekten im Stadtraum für jeden erfahrbar zu machen. Gezeigt werden sollen die Kontinuität bzw. Vielgestaltigkeit ihrer Architektursprache, die Vielfalt ihrer Bauaufgaben, das Schicksal ihrer Bauten und ihre Lebensläufe in drei politischen Systemen. 


Einzelprojekte: 


  • Im Laufe des Jahres 2026 wird eine Artikelreihe zu den beiden Baumeistern im Newsletter des Bürgervereins und in der „Gartenstadt“ des Grundbesitzer-Vereins erscheinen: u.a. zu ihren Lebensläufen, zum Gesamtwerk und zu einzelnen Bauten in Frohnau und in anderen Orten. 

  • Ab April planen wir temporäre Info-Schilder vor bedeutenden Bauten der Architekten, die per QR-Code zu einer gemeinsamen Webseite mit weiteren Informationen leiten. Auf diese Weise werden die Bauten in der Gartenstadt für jeden erfahrbar.  

  • Mai bis Oktober ist eine Reihe von öffentlichen Führungen zu Bauten der Architekten in Frohnau geplant, die u.a.  von Christoph Plachy und Katrin Pollok geleitet werden. (Rundgang zu Wohnbauten im Westen, Rundgang zu Wohnbauten im Osten von Frohnau, Rundgang durch die Barbarossasiedlung) Die Reihe beginnt am  9. Mai 2026 10:30 Uhr mit einem Streifzug von Carsten Benke zu bestehenden, verlorenen und geplanten Bauten von Heinrich Straumer und Paul Poser in der Ortsmitte Frohnaus. (Anmeldelink) 

  • Wilhelm Nolte wird voraussichtlich nach der Sommerpause Führungen durch das Centre Bagatelle (Villa Worch von Paul Poser) anbieten. 

  • Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird am 19. September 2026 eine öffentliche Veranstaltung im Centre Bagatelle sein, die dankeswerterweise vom Verein Kulturhaus Centre Bagatelle e.V. unterstützt und mit organisiert wird. 

  • Zusätzlich erstellen wir Flyer und Informationsmaterialien.  

  • Bürgerverein und Grundbesitzer-Verein werden noch eine gemeinsame Webseite mit allen weiteren Informationen, Terminen und Anmeldemöglichkeiten vorbereiten. Über deren Start berichten wir in Kürze. 


Haben Sie noch weitere Ideen? Liegen Ihnen wichtige Informationen vor?  

Wohnen Sie einem Haus von Poser oder Straumer und würden sich gerne an der Aktion mit den Hinweisschildern beteiligen? Die Vereine sorgen für eine beschädigungsfreie Anbringung der A5-großen Schilder an Gartenzäunen und entsorgen die Schilder nach Ende der Aktion wieder. Alle Maßnahmen werden mit der bezirklichen Denkmalpflege abgesprochen. 

Dann melden Sie sich gerne bei einem der beiden Vereine (vorstand@buergerverein-frohnau.de  ​ oder office@gbv-frohnau.de 




 
 
 


In der Reihe „Baumeister des frühen Frohn

aus“ wurden bereits zwei Texte veröffentlicht: Zu Fritz Beyer und zur Architektengemeinschaft Gustav Hart/Alfred Lesser. Im nächsten Jahr werden Artikel zu Heinrich Straumer und Paul Poser folgen, deren Geburtstage sich 2026 zum 150. Mal jähren.

Aber bevor das Jahr 2025 zu Ende geht, wollen wir noch an einen Architekten erinnern, der schon im November diesen Jahres 150 Jahre alt geworden wäre: Max Meyer, geboren am 3. November 1875.

Der Name Max Meyer dürfte nicht jedem in Frohnau bekannt sein: Durch das Buddhistischen Haus und die Siedlung am Zerndorfer Weg ist Meyer aber mit ortsbildprägenden Bauten in der Gartenstadt vertreten. Zudem hat er weitere Gebäude und Siedlungen in den nördlichen Ortsteilen Berlins und im nördlichen Umland.

Die Recherche offenbart viele interessante Details, aber auch sehr bedrückende Informationen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die meisten Fakten werden hier zum ersten Mal veröffentlicht. Leider konnten die Recherchen noch nicht ganz abgeschlossen werden. Aber zum runden Geburtstag soll zumindest eine erste Fassung veröffentlicht werden. Den Text finden Sie hier:

 
 
 

Am 1. Dezember ist Wolfram Sternbeck während eines Besuchs bei seinem Sohn und dessen Familie in den USA überraschend verstorben.


Geboren 1940, lebte Wolfram Sternbeck seit 1977 in Frohnau. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er als Polizeibeamter. Er konnte aus seinem Berufsleben über viele interessante Erlebnissen an den Grenzanlagen im Berliner Norden berichten.


Als Ruheständler widmete er sich mit Leidenschaft seinem Ortsteil. Frohnau war für ihn weit mehr als nur Wohnort. Wolfram Sternbeck war ein kenntnisreicher Chronist und engagierter Bürger der Gartenstadt.


Bereits 2002 gehörte er zu den Initiatoren der Initiative, die sich für die Offenhaltung des historischen Poloplatzes in Frohnau einsetzte. Die Initiative wurde zur Keimzelle des Bürgervereins in der Gartenstadt Frohnau.


Insbesondere die Invalidensiedlung wurde später Schwerpunkt seines Engagements. Sein Buch über die Geschichte dieses Areals bleibt ein Standardwerk für alle, die sich mit diesem besonderen Ortsteil beschäftigen. Oft führte er ehrenamtlich für den Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau interessierte Besucher durch die Siedlung und wusste mit trockenem Humor und detailliertem Wissen zu begeistern. Engagiert war er auch im Heimatverein des Nachbarortsteils Hohen Neuendorf.


Aktuell war er Mitglied der Projektgruppe von Bürgerverein und Verein „Vielfalt für das Stolper Feld“, die die Erinnerung an das ehemalige Zwangsarbeiterlager Stolper Feld wachhalten will und für 2026 erste öffentliche Aktivitäten plant. Auch die nächsten Führungen durch die Invalidensiedlung waren längst terminiert. „Solange ich noch krauchen kann, bin ich dabei!“ sagte er gerne. In diesem Jahr konnte er noch den Übergang des Archivs der Invalidensiedlung in das Landesarchiv Berlin organisieren. Diese Erinnerung bleibt erhalten.


Wolfram Sternbeck wird uns sehr fehlen. Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine spürbare Lücke in Frohnau. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, besonders seinem Sohn, der Schwiegertochter und den beiden Enkeln in den USA. Er wird seine letzte Ruhe an der Seite seiner dort bereits beerdigten Frau finden, wie er es immer gewünscht hatte.



Ruhe in Frieden, lieber Wolfram. Frohnau wird Dich nicht vergessen.

 
 
 
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