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NEUIGKEITEN

Für Frohnau aktiv.

Mit zwei Beiträgen war der Bürgerverein an den erfolgreichen Studientagen der Evangelischen Kirche Frohnau Ende Januar beteiligt. Übergreifendes Thema war die Johanneskirche Frohnau als in der Zeit des Nationalsozialismus errichteter Kirchenbau.


25. Januar 2026: En Kirchenbau in seiner Zeit

Am Samstag trug Dr. Carsten Benke, 1. Vorsitzender des Bürgervereins, zum Kirchbauwettbewerb von 1930 sowie über den Weg bis zur Realisierung des Entwurfs der Brüder Krüger ab 1935 vor. 1930 hatten sich eine Vielzahl bekannter Architekten am Kirchenbauwettbewerb mit teils bemerkenswerten Entwürfen von Expressionismus über Neue Sachlichkeit bis hin zu Historismus und Heimatsschutzstil beteiligt. Bisher kaum bekannte Entwürfe zur Kirche und zur Geschichte des Zeltinger Platzes aus dem Kirchenarchiv sowie anderen Berliner Archiven wurden im Rahmen einer Ausstellung vorgestellt.


Im Vortrag wurde deutlich, dass sich der Entwurf der Krügers, der ursprünglich nicht zu den ersten drei Hauptpreisen gehört hatte,  zwischen 1930 und 1935 deutlich wandelte, ursprüngliche Elemente der Moderne verlor  und monumentalisierte. Auch Pfarrer Dr. Schöntube unterstrich dies in seiner Einleitung zum „Kirchenbau in seiner Zeit“ und präsentierte den Besucherinnen und Besuchern bei einem Rundgang Details des Gebäudes, die deutlich den damaligen Zeitgeist  verdeutlichen, z.B. das heute nicht mehr öffentlich zugängliche Kriegerdenkmal.


Die Kunsthistorikerin Beate Rossié betrachtete die Gestaltung der Johanneskirche im Verhältnis zu anderen Kirchenbauten nach 1933, die jedoch teils sehr viel deutlicher die Ideologie des Nationalsozialismus widerspiegelten.  Neue Erkenntnisse zum Pfarrer Hermann Tönjes, der ab 1935 auf Wunsche der Gemeinde in Frohnau den stark bei den NS-nahen Deutschen Christen engagierten Pfarrer Kühl ablöste, stellte Christoph Anders vor. Noch bleiben hier Fragen zum Kontakt zum Widerstand in der Invalidensiedlung offen. Die Ergebnisse der Tagung sollen veröffentlich werden.




26. Januar 2026:  "Das besondere Gespräch:  Überleben in Frohnau 1933-1945"

Am Sonntagnachmittag fand vor 130 gebannten Zuhörern im Gemeindesaal eine Podiumsdiskussion zum Thema „Überleben in Frohnau 1933-1945" mit dem 1925 geborenen Zeitzeugen Peter Neuhof und der Historikerin Trille Schünke-Bettinger statt, moderiert von der 2. Vorsitzenden des Bürgervereins, Dorothee Bernhardt.

Als Sohn kommunistisch-jüdischer Widerstandskämpfer überstand der Frohnauer Peter Neuhof mit viel Glück die dunkle Zeit des Nationalsozialismus, während sein Vater im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet und seine Mutter inhaftiert wurde. Als Journalist und West-Berlin-Korrespondent des DDR-Rundfunks war er im Kalten Krieg ein außergewöhnlicher Grenzgänger. Auf der Grundlage seiner Tagebücher und der seines Vaters entstanden mehrere Veröffentlichungen.


Anschaulich und bisweilen mit trockenem Humor schilderte der 99-Jährige Episoden aus seinem wechselhaften Leben und wies z.B. darauf hin, dass er 1935 an der Einsegnung der Kirchenglocken mit seiner Schulklasse teilgenommen und im Gemeindesaal der Kirche nach der Einziehung zum Volkssturm 1945 übernachtet habe.


Die gemeinsamen Veranstaltungen mit der Kirchengemeinde sind ein weiteres Beispiel für die fruchtbare Zusammenarbeit von Frohnauer Institutionen.


Pfarrer Dr. Schöntube wird die Gemeinde nach mehr als 10 Jahren des herausragenden Engagements in der Gartenstadt zum Juni 2025 verlassen und die Leitung des Berliner Missionswerkes übernehmen. Die Thematik der internationalen Zusammenarbeit beschäftigt ihn schon lange. Der Bürgerverein wünscht viel Erfolg bei der neuen wichtigen Aufgabe!






 
 
 

Bereits im letzten Jahr wurden umfangreiche Schnittmaßnahmen am Zeltinger Platz durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Pergola in einem weitaus sanierungsbedürftigeren Zustand ist als ursprünglich angenommen. In einem ersten Schritt wurde die Standsicherheit der Stelen geprüft, bevor die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten begonnen werden konnten. Diese Arbeiten dauern derzeit noch an. 

 







Die Informationsveranstaltung wird Gelegenheit bieten, Einblicke in die bisherigen Arbeiten an den Plätzen und die zukünftigen Planungen zu erhalten. Verantwortliche Fachleute stehen zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und mit der Öffentlichkeit in den Dialog zu treten. Nutzen Sie diese Gelegenheit! 


Der Bürgerverein begrüßt sehr, dass – wie von uns gefordert – öffentliche Informationsveranstaltungen zu wichtigen Sanierungsarbeiten angeboten werden. Frühzeitige Informationen vor Vorhabenbeginn und eine intensive Einbindung während der Umsetzung sind wichtig und sollten sich als Standard etablieren.  


Wir haben uns seit dem letzten Jahr eingehend über einzelne Aspekte der Gesamtplanung, Bautechnik, der Sicherung der Stelen, Denkmalschutz, Nutzbarkeit und Bepflanzung mit dem Bezirksamt ausgetauscht und entsprechende Hinweise eingebracht. Dem Bürgerverein ist u.a. wichtig, dass alle denkmalgeschützten baulichen Anlagen einschließlich der Pflasterungen wieder hergestellt werden und es in Zukunft wieder eine Berankung der Pergola geben muss. 


Die Bepflanzung an beiden Plätzen sollte sich an historischen Vorbildern orientieren, aber gleichzeitig heutigen Anforderungen gerecht werden. Insbesondere zu Fragen des Schutzes vor Vandalismus, zur Gestaltung von Abfalleimeranlagen und zu Sitzgelegenheiten werden wir diesen Austausch weiter fortsetzen. 


Der Bürgerverein hat angeboten, für die nächsten Monate historische Abbildungen und Informationen über die Plätze an den Bauzäunen anzubringen, um über Entstehung und Entwicklung der beiden Plätze zu informieren und dadurch auch die Wertschätzung dieser besonderen denkmalgeschützten Anlagen durch Bewohnerinnen und Bewohner Frohnaus und deren Besuch zu verbessern. 


Wir planen des Weiteren im Verein zukünftig eine AG Grün einzurichten, die sich vertieft mit Fragen der zahlreichen Grünflächen in Frohnau beschäftigen wird. Wer hier mitarbeiten möchte, ist herzlich willkommen. Wir freuen uns über Ihre Mitarbeit.  

 

 
 
 

In der Evangelischen Kirchengemeinde Frohnau finden vom 24. bis 26. Januar 2025 verschiedenen Veranstaltungen zur Geschichte des Baus der Johanneskirche und zur NS-Zeit in Frohnau statt.

Weitere Informationen, u.a. zum Zeitzeugengespräch mit Peter Neuhof (99) zum Thema  Überleben in Frohnau 1933 bis 45“ am 26.2025 ab 15:00 Uhr finden Sie hier: Studientage 24.-26.1.2025 -Die Johanneskirche Frohnau- Ein Kirchenbau in seiner Zeit

 

Am Samstag, dem 25.1.2025 steht ab 10:30 Uhr die Entstehung und Bedeutung des Kirchenbaus im Mittelpunkt der Veranstaltung. Vorgesehen sind Vorträge von Pfarrer Dr. Ulrich Schöntube zur Einordnung des Kirchenbaus von 1935/36 als Zeugnis seiner Zeit (mit Kirchenführung), der Kunsthistorikerin Beate Rossié zu Kirchenbauten im Nationalsozialismus sowie zu neuen Erkenntnisse zum ehemaligen Frohnauer Pfarrer Herman Tönjes von Pfarrer Christoph Anders. Der 1. Vorsitzende des Bürgervereins in der Gartenstadt Frohnau Carsten Benke berichtet zu neuen Forschungsergebnissen zur Vorgeschichte der Kirchenplanung in Frohnau seit 1909/10, zum Wettbewerb von 1930 sowie über den Weg bis zur Realisierung des Entwurf der Brüder Krüger ab 1935. Bisher kaum bekannte historische Entwürfe zur Kirche und zur Geschichte des Zeltinger Platzes aus dem Kirchenarchiv sowie anderen Berliner Archiven werden vorgestellt. Im Bild der 3. Preis Peter Jürgensen/Archiv der ev. Kirchengemeinde und erster Entwurf der Brüder Krüger (Ankauf)




 

Weitere Informationen mit Anmeldemöglichkeit (nur für 25.1.) auf der Homepage der Kirche:

 
 
 
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