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Neubau Senheimer Straße – geplante Baumfällungen

Aktualisiert: vor 3 Tagen

(Text Stand Bürgervereins-Newsletter April/Mai mit Ergänzungen bis Ende Mai 2024)


In der Senheimer Straße beginnen in diesem Jahr zwischen Zeltinger Straße und Schönfließer Straße vorbereitende Straßenbauarbeiten.


Da die Straße auch eine wichtige Erschließung des neuen Feuerwehrstandortes darstellt, ist die Sanierung des aktuell maroden Straßenzuges zu begrüßen. Einige Planungen, insbesondere die vorgesehene Abholzung der kompletten östlichen Baumreihe, sind jedoch bei Anliegern umstritten.



Hintergrund

Nach Angaben des Bezirksamtes soll die Verbesserung der baulichen Substanz der Fahrbahn und der Seitenbereiche „durch eine grundhafte Fahrbahnerneuerung, eine Erneuerung der Gehbahnen und den Neubau einer Straßenentwässerung“ erreicht werden. Zitat: „Ein weiteres Ziel der Planung ist die Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger in den Seitenräumen auch im Hinblick auf die Aspekte des barrierefreien Bauens. In den Einmündungsbereichen der querenden Straßen werden Borde auf eine Antrittshöhe von 3 cm abgesenkt und die Gehwegbereiche an die neuen Bordhöhen angepasst.“


Durch die neue Wache der Freiwilligen Feuerwehr Frohnau im Norden der Senheimer Straße wird die ganze Senheimer Straße zukünftig regelmäßig von Rettungs- und Löschfahrzeugen befahren. Die Fahrbahnbreite von 7,50 m soll deshalb unverändert bleiben. Zitat Bezirksamt: „Auf Grund des starken Wurzelwuchses der Bäume ist eine Beibehaltung der Bordlagen nicht möglich. Zum Erhalt des Baumbestandes auf der Westseite werden die Bordachsen um 0,50 m Richtung Osten verschoben.“



 

Die Verschiebung der Bordsteine im Westen, um den dortigen alten Bäumen mehr Spielraum zu geben, hat jedoch zur Folge, dass sämtliche Bäume auf der Ostseite gefällt werden, da auch hier die Borde versetzt werden, während der Straßenquerschnitt mit 7,5 m erhalten bleibt. Es soll beidseitig gepflasterte Parkstreifen mit je 2 m Breite und eine asphaltierte Fahrgasse mit 3,5 m geben.


Die Baumfällungen sollen im 4. Quartal 2024 starten. Der Baubeginn soll ab 1. bzw. 2.Quartal 2025 erfolgen. Das Bauende ist für das 2. Quartal 2026 vorgesehen. Aktuell gibt es bereits Sperrungen und Baumaßnahmen, die laut den Anwohnerinformationen der Wasserbetriebe zunächst bis Dezember 2024 der Erneuerung von Wasserleitungen dienen sollen. An der Ecke zur Schönfließer Straße finden bereits Baumaßnahmen in der Senheimer Straße statt, die aber im Zuge der Fertigstellung der Schönfließer erfolgen. Die Grundzüge der zukünftigen Struktur der Senheimer Straße sind hier aber bereits zu erkennen. Drei Bäume wurden schon gefällt.



 

Ausblick

Nach Angaben der Anwohnenden hat eine gesonderte Beteiligung oder Information vor Ort bislang nicht stattgefunden. Anpassungen der alten Planung von 2017 seien nicht vorgesehen. Auf Kritik stößt insbesondere die massive Abholzung der östlichen Baumreihe (ca. 66 Bäume).


Einige Anwohner sprechen sich dafür aus, lieber auf der östlichen Seite der Straße auf eine Parkplatzreihe zu verzichten. So könnte wie geplant eine breite Fahrgasse für die Feuerwehr und eine Verbreiterung der Flächen für die Baumscheiben auf beiden Seiten zu erreicht werden und der Bestand an Bäumen – soweit gesund - damit weitgehend erhalten werden. Es bliebe dann nur ein schmaler östlicher Seitenstraßen erhalten und die Parkplätze würden dort entfallen


Der Bürgerverein regt an, zusätzlich als Variante zu prüfen, ob als Kompromiss zumindest ein Teil der östlichen Bäume erhalten werden kann, indem dort vorgestreckte Baumscheiben vor erhaltbaren Bäumen angelegt werden. Dazwischen könnten Parkhäfen geschaffen werden.


Nach Ansicht des Bürgervereins sollte eine so umfangreiche Baumaßnahme mit erheblichen Auswirkungen auf das Ortsbild der Gartenstadt nochmals mit den Anwohnenden erörtert und begründet werden. Alle Erfahrungen zeigen, dass die Akzeptanz einer Maßnahme umso höher ist, je stärker die Betroffenen sich mit ihrer jeweiligen Perspektive wahrgenommen und mitgenommen fühlen. Der Vorschlag von Anwohnenden und ggf. weitere Anpassungserfordernisse der mittlerweile sieben Jahre alten Planungen sollten geprüft werden: Sind Kompromisse zwischen Erschließung der Feuerwehr, der Parkraumerfordernis und dem Erhalt der Bäume denkbar? Trotz des fortgeschrittenen Planungsstandes sollten Alternativen oder Teilanpassungen abgewogen werden, auch angesichts der Historie der Gartenstadt, Klimaschutzerfordernissen, des denkmalrechtlichen Schutzstatus des gesamten Straßen- und Grünflächensystems in Frohnau sowie der Vorgaben des geltenden Bebauungsplans, der in Textlicher Festsetzung 9 ausführt: „Innerhalb der Straßenverkehrsflächen sind die Straßenbaumreihen und Baumalleen mit ihren historischen Arten und Sorten und in ihren historischen Pflanzfluchten bzw. Pflanzabständen zu erhalten und bei Abgang zu ergänzen.“


Derzeitiger Planungsstand:


Die Planung ist schon weit vorangeschritten auf Basis des Konzepts von 2017 ist schon eine BPU (Bauplanungsunterlage) erstellt. Notwendige Beteiligungen von Ämtern sind damals erfolgt.


Was halten Sie von den aktuellen Planungen? Sehen Sie Alternativlösungen? Wenn Sie sich über die Thematik austauschen wollen, schicken Sie gerne eine Mail an ag-mobilitaet@buergerverein-frohnau.de. Wir setzen die Frage auf die Tagesordnung einer (virtuellen) AG-Sitzung. 


Ergänzung 13. Mai: Der Bürgerverein hat auf Basis zahlreicher Rückmeldungen nochmals Nachfragen an das Bezirksamt gerichtet und um Erörterung von Alternativen zum Erhalt der östlichen Baumreihe (z.B. durch einen schmaleren östlichen Seitenstreifen ohne Parken und nach Westen versetztem Bordstein) oder zum Teilerhalt zumindest geeigneter Teile der östlichen Baumreihe (mit Auskragungen für Baumscheiben bis zur Fahrgasse und dazwischen Parkhäfen und nach Osten verschobene Bordsteinlage wie geplant) gebeten. Wir bitten das Bezirksamt auch um Hinweise, ob es ggf. weitere nicht in den Unterlagen genannte Zwangspunkte (z.B. Leitungen, Normen) gibt, die Alternativen.


Ergänzung 19. Mai: Im Rahmen der BVV Reinickendorf am Mittwoch, 15. Mai 2024 wurde die Thematik Senheimer Straße aufgrund von zwei Anfragen behandelt. Die zuständige Stadträtin Frau Schrod-Thiel führte aus, dass die Planung schon von 2017 stammt und zahlreiche Bäume auf der Ostseite krank seien bzw. durch Umbauten der Leitungen betroffen seien. Eine konkrete Zahl der kranken Bäume gemäß Baumgutachten wurde aber nicht genannt. Es seien alternative Querschnitte geprüft worden. Ob dabei auch ein Verzicht auf einen östlichen Parkstreifen oder ein Teilverzicht von Parkplätzen (z.B. bei Erhalt gesunder Bäume auf vorgestreckten Baumscheiben und dazwischenliegende Parkhäfen) geprüft wurde, ist nicht bekannt. Die Thematik der Baumfällungen soll im zuständigen Ausschuss beraten werden.















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