Baumeister der Gartenstadt Frohnau 150. Geburtstage von Paul Poser und Heinrich Straumer im Jahr 2026
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Projektgruppe von Bürgerverein und Grundbesitzer-Verein (Carsten Benke)
Die Bauten von Heinrich Straumer und Paul Poser prägen das Bild von Frohnau. Mehr als hundert Landhäuser, Villen, Einfamilienhäuser sowie Siedlungen, Geschäfts- und Funktionsbauten wurden in von den beiden Architekten in unserem Ortsteil entworfen.
Sie waren DIE Baumeister der Gründerjahre der Gartenstadt.
Im Jahr 2026 jähren sich die Geburtstage von Straumer und Poser zum 150. Mal. Ihr Werk soll aus diesem Anlass gewürdigt werden.
Heinrich Straumer
7. Dezember 1876 in Chemnitz bis 2. November 1937 in Berlin
Die Aktivitäten von Heinrich Straumer in Frohnau konzentrierten sich auf die Jahre zwischen 1908 und 1919. Besonders bekannt sind seine großen Landhäuser (z.B. Haus Janson gegenüber dem Konzer Platz, Landhaus Rudolphson und Landhaus Kleffner-Kreideweis am Ludolfingerweg) sowie die eindrucksvolle Baugruppe „An der Buche“, die Straumer im direkten Auftrag der Berliner Terrain-Centrale von Fürst Donnersmarck errichtete.
Von der pittoresken Brückenanlage am Fürstendamm ist heute leider nur noch das Umspannwerk (Transformator) erhalten. Das große Direktorenwohnhaus der Terraingesellschaft am Edelhofdamm wurde zugunsten einer Wohnanlage abgerissen.
Auch im Berliner Südwesten und in seiner Geburtsstadt Chemnitz hat der Baumeister zahlreiche Spuren hinterlassen. Berlinweit ist Straumer heute vor allem als Architekt des Funkturms (1926) in Erinnerung.
Paul Poser
1. Oktober 1876 in Zeulenroda bis 30. Dezember 1940 in Berlin-Frohnau
Paul Poser schuf das älteste Wohnhaus in Frohnau (Landhaus Rumland an der Zeltinger Straße) und zahlreiche weitere Villen und Landhäuser während der Gründungsphase der Gartenstadt bis 1918. Auch die heutige katholische Kirche wurde von ihm – ursprünglich entworfen als Turnhalle – errichtet. Ebenso der leider abgerissene Wirtschaftshof des Kasinos an der Welfenallee.
Für die Berliner Terraincentrale fungierte er in diesen frühen Jahren de facto als Chefarchitekt und begutachtete auch die Entwürfe anderer Architekten für private Bauherren.
Im Gegensatz zu Straumer setzte sich das bauliche Engagement von Poser in Frohnau auch nach 1918/20 fort, häufig in Zusammenarbeit mit seinem Büropartner Hermann Bamm: In dieser Zeit entstanden u.a. die Villa Wutke am Ludolfingerplatz, die Villa Worch (heute Centre Bagatelle) an der Zeltinger Straße, das Geschäftshaus an der Ecke Ludolfingerplatz/Maximiliankorso, das Gefallenendenkmal an der Wiltinger Straße und die herausragende Siedlung an der Barbarossahöhe.
Poser baute bis 1940 auch in anderen Ortsteilen von Reinickendorf (u.a. Tegel und Konradshöhe) sowie im nördlichen Umland: So in Glienicke (Rathaus, Friedhofskapelle), Birkenwerder (Post, Schule, Wasserwerkserweiterung, Platzgestaltungen).
Konzept für das Jubiläumsjahr
Leider wird beiden Architekten in ihrem Jubiläumsjahr in Berlin nicht angemessen gedacht. Lediglich eine sehr empfehlenswerte Ausstellung im Heimatmuseum Zehlendorf erinnert an die dortigen Bauten von Straumer. Besuchen Sie diese Präsentation des dortigen Heimatvereins noch bis zum 5. April 2026! (LINK)
Mit einer Erwähnung von Straumer ist zudem im Rahmen des Gedenkens an das 100-jährige Jubiläum des Funkturms im September 2026 zu rechnen. Für Poser sind nach unseren Recherchen beim Bezirk und beim Landesdenkmalamt bislang keinerlei Veranstaltungen geplant.
Umso mehr ein Grund für den Bürgerverein und den Grundbesitzer-Verein in bewährter Zusammenarbeit der beiden Architekten im Jahr 2026 zu gedenken. Auch der Verein Kulturhaus Centre Bagatelle e.V. wird die Feierlichkeiten unterstützen. Zur Vorbereitung wurde im Spätsommer 2025 eine vereinsübergreifende Arbeitsgruppe gebildet. Ein Konzept mit zahlreichen Veranstaltungen und Projekten wurde erarbeitet.
Die Aktivitäten werden ab April/Mai 2026 starten und voraussichtlich bis November 2026 andauern. Ziel ist es, das Werk der beiden Architekten im Stadtraum für jeden erfahrbar zu machen. Gezeigt werden sollen die Kontinuität bzw. Vielgestaltigkeit ihrer Architektursprache, die Vielfalt ihrer Bauaufgaben, das Schicksal ihrer Bauten und ihre Lebensläufe in drei politischen Systemen.
Einzelprojekte:
Im Laufe des Jahres 2026 wird eine Artikelreihe zu den beiden Baumeistern im Newsletter des Bürgervereins und in der „Gartenstadt“ des Grundbesitzer-Vereins erscheinen: u.a. zu ihren Lebensläufen, zum Gesamtwerk und zu einzelnen Bauten in Frohnau und in anderen Orten.
Ab April planen wir temporäre Info-Schilder vor bedeutenden Bauten der Architekten, die per QR-Code zu einer gemeinsamen Webseite mit weiteren Informationen leiten. Auf diese Weise werden die Bauten in der Gartenstadt für jeden erfahrbar.
Mai bis Oktober ist eine Reihe von öffentlichen Führungen zu Bauten der Architekten in Frohnau geplant, die u.a. von Christoph Plachy und Katrin Pollok geleitet werden. (Rundgang zu Wohnbauten im Westen, Rundgang zu Wohnbauten im Osten von Frohnau, Rundgang durch die Barbarossasiedlung) Die Reihe beginnt am 9. Mai 2026 10:30 Uhr mit einem Streifzug von Carsten Benke zu bestehenden, verlorenen und geplanten Bauten von Heinrich Straumer und Paul Poser in der Ortsmitte Frohnaus. (Anmeldelink)
Wilhelm Nolte wird voraussichtlich nach der Sommerpause Führungen durch das Centre Bagatelle (Villa Worch von Paul Poser) anbieten.
Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird am 19. September 2026 eine öffentliche Veranstaltung im Centre Bagatelle sein, die dankeswerterweise vom Verein Kulturhaus Centre Bagatelle e.V. unterstützt und mit organisiert wird.
Zusätzlich erstellen wir Flyer und Informationsmaterialien.
Bürgerverein und Grundbesitzer-Verein werden noch eine gemeinsame Webseite mit allen weiteren Informationen, Terminen und Anmeldemöglichkeiten vorbereiten. Über deren Start berichten wir in Kürze.
Haben Sie noch weitere Ideen? Liegen Ihnen wichtige Informationen vor?
Wohnen Sie einem Haus von Poser oder Straumer und würden sich gerne an der Aktion mit den Hinweisschildern beteiligen? Die Vereine sorgen für eine beschädigungsfreie Anbringung der A5-großen Schilder an Gartenzäunen und entsorgen die Schilder nach Ende der Aktion wieder. Alle Maßnahmen werden mit der bezirklichen Denkmalpflege abgesprochen.
Dann melden Sie sich gerne bei einem der beiden Vereine (vorstand@buergerverein-frohnau.de oder office@gbv-frohnau.de)

















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