Baumeister des frühen Frohnaus
Max Scheiding – Frohnauer Architekt und Bauunternehmer
Carsten Benke, Berlin, Oktober 2026
In den bisherigen Beiträgen dieser Reihe wurden bereits die Architekten Fritz Beyer und Max Meyer sowie die Bürogemeinschaft von Gustav Hart und Alfred Lesser vorgestellt. Paul Poser und Heinrich Straumer haben im Jubiläumsjahr 2026 in Frohnau ebenfalls besondere Aufmerksamkeit erfahren. Viele weitere Baumeister der frühen Gartenstadt sind heute jedoch selbst Fachleuten kaum bekannt. Zu ihnen gehört der Architekt und Bauunternehmer Max Scheiding.
Dabei begegnet man seinen Bauten in Frohnau bis heute auf Schritt und Tritt. In der Denkmalliste finden sich für Frohnau 24 Einträge zu Bauten von Paul Poser, 17 für Straumer und zehn für die Brüder Krüger. Bereits danach folgt aber Max Scheiding mit acht denkmalgeschützten Gebäuden. Damit gehört er zu den wichtigsten Architekten der frühen Gartenstadt. Dennoch ist sein Name heute fast vergessen.
Wer war Max Scheiding?
Zu Max Scheiding gibt es keinerlei Biographien oder Fachartikel. Auch Selbstzeugnisse fehlen, sodass auf Akten des Landesarchivs, des Bauaktenarchivs, Standesamtsunterlagen, Unterschutzstellungsunterlagen des Landesdenkmalsamts (LDA) und Hinweise in historischen Bauzeitschriften zurückgegriffen werden muss.
Friedrich August Max Scheiding wurde am 13. Mai 1869 in Berlin geboren und am 20. Juni 1869 evangelisch getauft. (Kirchenbuch der St. Jacobi-Kirche A3623, Nr. 923). Über seine Ausbildung ist bislang nichts bekannt. Seit 1895 ist er in Adressbüchern mit der Berufsbezeichnung „Architekt“ nachzuweisen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Architekten der frühen Gartenstadt beschränkte er sich nicht auf die Planung von Gebäuden. Er war zugleich Bauunternehmer und trat auf seinen Geschäftspapieren ausdrücklich als Anbieter von „Entwurf und Spezialbau von Eigenheimen“ auf. (Landesarchiv Berlin) Planung und Ausführung lagen damit vielfach in einer Hand. Viele Grundstücke und Gebäude befanden sich zunächst in seinem Eigentum, bevor sie weiterverkauft wurden.
Vor seinem Umzug nach Frohnau lebte Scheiding in Groß-Lichterfelde, u.a. in der Sternstraße, heute Kadettenweg. (Adressbuch Groß-Lichterfelde 1895) Bereits damals war er erfolgreich als Architekt und Bauunternehmer tätig.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel seiner Bautätigkeit war das 1901 entstandene Landhaus in der damaligen Kleiststraße 38 in Steglitz, der heutigen Brentanostraße. Eine Beschreibung des Gebäudes wurde 1903 in der renommierten Fachzeitschrift Berliner Architekturwelt veröffentlicht. Der stattliche Backsteinbau entstand innerhalb von nur sieben Monaten Bauzeit und kostete rund 80.000 Mark. Das Gebäude verfügte über zwei großzügige Siebenzimmerwohnungen sowie eine weitere Fünfzimmerwohnung im Dachgeschoss. Im Souterrain befanden sich Büroräume, an die bemerkenswerterweise eine Gewächshausanlage zur Überwinterung von Pflanzen angeschlossen war.

Zu seinen frühen bekannten Arbeiten gehört die 1905/06 errichtete Wohnanlage Mühlenstraße 2 und 2A in Pankow, bei der Scheiding zugleich als Architekt und Bauherr auftrat. Die Anlage steht heute unter Denkmalschutz und ist nach bisherigem Forschungsstand das einzige bekannte denkmalgeschützte Bauwerk Scheidings außerhalb Frohnaus. (LDA Nr. 09085250)

Die monumentale viergeschossige Wohnanlage nahe dem Rathaus Pankow zählt noch heute zu den bemerkenswertesten Mietshausbauten des Ortsteils. Die aufwendig gestalteten Fassaden mit ihren geschwungenen Giebeln, Balkonen, Loggien und reich gegliederten Putzflächen vermitteln einen repräsentativen Anspruch. Der grüne Wohnhof öffnet sich zur Straße. Vergleichbare Anlagen finden sich vor 1914 in Berlin vor allem im großbürgerlichen Westen, während sie in den Mietshausquartieren von Wedding, Prenzlauer Berg und Pankows nur selten vorkommen. Adressbücher nennen Scheiding später selbst als Eigentümer dieser Gebäude. (Adressbuch Pankow 1912)
Die Frohnauer Häuser: Senheimer Straße 22 – das Wohnhaus der Familie
Besonders bemerkenswert ist die Zahl der heute noch erhaltenen und denkmalgeschützten Bauten Scheidings in der Gartenstadt Frohnau. In Frohnau konzentrierte sich Scheidings Tätigkeit vor allem auf den Typ des Landhauses, was den gestalterischen Vorgaben der Berliner Terrain-Centrale entsprach.
Das für Scheiding persönlich bedeutendste Gebäude dürfte die heutige Senheimer Straße 22 gewesen sein, das wohl von vornherein als Wohnhaus für Scheiding und seine Familie 1910 auf einem repräsentativen Eckgrundstück errichtet wurde. Laut Einwohnerverzeichnis ist Scheidings Wohnsitz in der damaligen Lichtensteinallee ab 1915 eindeutig nachgewiesen. Wahrscheinlich wohnte die Familie jedoch bereits früher in dem Haus.
Die Denkmalpflege hebt das große Gebäude als besonders qualitätvolles Beispiel des bürgerlichen Landhauses unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg hervor. Anders als viele andere Frohnauer Architekten – wie Straumer – orientierte sich Scheiding hier nicht primär am englischen Landhausstil. Vielmehr griff er auf süddeutsche Putzbauten des frühen 19. Jahrhunderts zurück. (LDA Nr. 09012359)
Kennzeichnend sind das mächtige Mansarddach mit Dachturm, weit ausladende Dachflächen, Erker, Veranden und eine äußerst bewegte Dachlandschaft. Die Architektur wirkt bewusst malerisch.

Markgrafenstraße 69
Zu den architektonisch auffälligsten Gebäuden zählt das Haus Markgrafenstraße 69. Hier trat Scheiding 1911 auch als Bauherr auf. Die Denkmalpflege bezeichnet das Gebäude als eines der qualitätvollsten frühen Landhäuser Frohnaus. (LDA Nr. 09012142)
Im Unterschied zur Senheimer Straße und anderen Häusern von Scheiding orientiert sich das Haus deutlich stärker am englischen Landhausideal. Dabei lassen sich auch Anklänge an die zeitgleichen Frohnauer Landhäuser Heinrich Straumers erkennen. Mehrere unterschiedlich gestaltete, steile Giebel, Veranden und eine abwechslungsreiche Fassadengliederung verleihen dem Gebäude eine besondere Individualität. Auch Teile der ursprünglichen Innenausstattung sind erhalten geblieben.

Sigismundkorso 5 und 84
Besonders interessant sind die Villen Sigismundkorso 5 (für den Gärtnereibesitzer Adolf Steffen LDA Nr. 09012365) und Sigismundkorso 84 (Ingenieur Heinrich Illigens LDA Nr. 09012376). Die Denkmalpflege betrachtet beide Gebäude ausdrücklich als zusammengehöriges Ensemble.
Die Häuser wurden als Gegenstücke zueinander entworfen und prägen den Straßen
raum bis heute. Während Nummer 5 mit Sichtfachwerk, Veranden und malerisch gegliederten Dachflächen eher an altdeutsche Landhausformen erinnert, zeigt Nummer 84 eine ruhigere Gestaltung mit stärker süddeutsch geprägten Putzfassaden.

Oranienburger Chaussee 68
Zu Scheidings größten Bauaufgaben gehört das Landhaus Oranienburger Chaussee 68. (LDA Nr. 09012201) Bauherr war der Kaufmann Albert Kühne. Die Anlage bestand nicht nur aus einem repräsentativen Wohnhaus, sondern auch aus Wirtschaftsgebäuden, Stallungen und Remisen. Bemerkenswert ist, dass auch das Stall- und Remisengebäude an der Oranienburger Chaussee 68A aus den Jahren 1910/11 als eigenständiges Baudenkmal geschützt ist. Dadurch hat sich die ursprüngliche Gesamtanlage eines großbürgerlichen Landhauses ungewöhnlich vollständig erhalten.
Die Denkmalpflege zählt das Ensemble zu den wenigen, in den Dimensionen wirklich großbürgerlichen Villenanlagen der frühen Gartenstadt. Mächtige Dachformen, verschalte Giebel und die differenzierte Gliederung des Baukörpers verleihen dem Gebäude seinen repräsentativen Charakter.
Auch die spätere Geschichte des Hauses ist bemerkenswert. Walter und Johannes Krüger, wichtige Vertreter der nachfolgenden Architektengeneration in Frohnau, die zusammen 1935/36 die Johanneskirche errichtete, bauten das Haus später für Büro- und Wohnzwecke um. Walter Krüger wohnte längere Zeit in der Nummer 68A.
Das unmittelbar an der Grenze des französischen Sektors zur Sowjetischen Besatzungszone, seit 1949 zur DDR, gelegene Anwesen wurde zudem Schauplatz eines spektakulären Grenzzwischenfalls. In der Weihnachtsnacht 1952 versuchten sowjetische Soldaten, Gäste des Hauses in die DDR zu verschleppen. Der darauffolgende Polizeieinsatz führte zu einem Schusswechsel, bei dem der West-Berliner Polizeioberwachtmeister Herbert Bauer tödlich getroffen wurde. Der Vorfall erregte weit über Berlin hinaus Aufsehen und verdeutlicht die besondere Grenzlage Frohnaus in den frühen Jahren des Kalten Krieges.

Alemannenstraße 69
Das 1912 für den Königlichen Rechnungsrat Ernst Rauch errichtete Haus Alemannenstraße 69 repräsentiert einen anderen Bautyp. Die Denkmalpflege beschreibt es als Beispiel eines „kleineren, preiswerten Einfamilienhaustyps“ für den bürgerlichen Mittelstand. Gerade solche Gebäude waren für den Charakter Frohnaus von großer Bedeutung. Sie zeigen, dass die Gartenstadt nicht ausschließlich aus repräsentativen großen Landhäusern bestand, sondern bewusst unterschiedliche Einkommensschichten ansprechen sollte. (LDA Nr. 09011646) Im Vergleich mit den zahlreichen kleineren Einfamilienhäusern, die in Frohnau vor allem nach dem Ersten Weltkrieg entstanden, wirkt das Haus allerdings noch immer wie ein mittelgroßes Landhaus.
Bemerkenswert ist zudem, dass das Haus bereits in zeitgenössischen Fachzeitschriften Beachtung fand, darunter 1911 in „Deutsche Kunst und Dekoration“ und 1914 in „Innendekoration“. Dies unterstreicht, dass Scheidings Entwürfe damals auch außerhalb Frohnaus Beachtung fanden.

Zeltinger Straße 29
Eine besondere Stellung nimmt das Haus Zeltinger Straße 29 ein. Anders als bei den meisten anderen Projekten trat hier nicht Max Scheiding selbst, sondern seine Ehefrau Hildegard Scheiding als Bauherrin auf. Das Grundstück an der Ecke zur Markgrafenstraße war zunächst vom Architekten und Bauunternehmer Albert Mehl erworben worden, der 1911 jedoch noch vor Beginn eines Bauprojektes in Konkurs ging. In den Konkursunterlagen führte Mehl unter anderem Schwierigkeiten bei Frohnauer Bauvorhaben mit Heinrich Straumer an und beklagte dessen aus seiner Sicht ‚rigoroses Vorgehen‘. (LAB Rep 251-09 Nr. 592).
Scheiding erwarb das Grundstück im Sommer 1912 aus der Konkursmasse Mehls und ließ dort zunächst Pferde weiden. Nach einem Hinweis des Grundbesitzer-Vereins schritt die Berliner Terrain-Centrale bereits am 6. Juli 1912 ein und untersagte diese Nutzung mit Hinweis auf die grundbuchlich eingetragenen Vorgaben. (LAB Rep 251 09 Nr. 592) Kurz darauf musste Scheiding den Verkauf zweier schwerer Arbeitspferde „wegen Aufgabe des Fuhrwerkes“ in Tageszeitungen annoncieren. (Berliner Morgenpost 20.8.1912)
Der Bau eines Landhauses wurde 1914 begonnen, konnte infolge des Ersten Weltkriegs jedoch erst mehrere Jahre später fertiggestellt werden. Die erhaltenen Entwurfszeichnungen tragen noch die Bezeichnung „Landhaus Scheiding“.
Das Gebäude wirkt deutlich sachlicher als Scheidings frühere Häuser. Die Denkmalpflege urteilt: „Am Vorbild Straumer, der zeitgleich in Frohnau vielfältig wirkte, suchte wohl auch Scheiding sich stilistisch zu orientieren, bei unverkennbarer Suche nach einer eigenen Formensprache. So finden wir auch hier charakteristische Stilelemente wie der aus einfachen stereometrischen Kuben zusammengesetzte Hauskörper mit über eckgestellten spitzen Giebeln, die asymmetrische, funktionalen Gesichtspunkten folgende Verteilung der bündigsitzenden, kleinteiligen Sprossenfenster, die ebenerdige, zum Garten orientierte Lagerung des Baukörpers und die Verwendung eines rauen, naturfarbigen Putzes.“ (LDA Nr. 09012489) 1929 wurde der Bau von Paul Poser erweitert. Poser hatte schon 1918/19 im Auftrag der B.T.C. über einen Verkauf an die Terraingesellschaft verhandelt, um hier Teile der Verwaltung der Terraingesellschaft unterzubringen.

Weitere Aktivitäten und Familie Scheiding
Wahrscheinlich realisierte Scheiding noch mehr Landhäuser als die in der Denkmalliste verzeichneten Bauten. Hinweise gibt es beispielsweise auf eine mögliche Autorenschaft für das isoliert im Wald am nördlichen Rand Frohnaus stehende Haus an der Utestraße.
Die Akten zeigen die große Vielfalt der Aktivitäten von Scheiding. Als Bauunternehmer errichtete er auch Gebäude anderer Architekten und Bauherren. Zudem handelte er mit weiteren ursprünglich von der B.T.C. erworbenen Parzellen. Um 1910 ist auch ein Geschäftsbetrieb von Scheiding zur „Herstellung und zum Vertrieb von Winkelwasserwagen“ von Frohnau aus nachweisbar. (Warenzeichenblatt vom 23. September 1910)
Max Scheiding war zweimal verheiratet. Am 28. März 1896 heiratete der damals bereits als Architekt bezeichnete Scheiding in Charlottenburg Louise (oder Lucie) Schayer. (Heiratsurkunde Charlottenburg 1896 mit Ergänzung vom 3. September 1903) Die Ehe wurde durch Urteil des Königlichen Landgerichts II Berlin geschieden; das Urteil war seit dem 31. Juli 1903 rechtskräftig. Am 29. März 1905 heiratete Scheiding in zweiter Ehe Alma Josephina Hildegard Usener, eine 1878 in Mannheim geborene Tochter des Kaufmanns Georg Benjamin Usener und seiner Frau Martha, geborene Schultz. (Heiratsurkunde Charlottenburg 1905, Nr. 129) Die zweite Heiratsurkunde nennt als damaligen Wohnort Scheidings die Düppelstraße 36 in Steglitz. Ab Ende 1910 ist das Ehepaar in Frohnau nachweisbar. (Reichsanzeiger 1911) Teils agiert Max Scheiding zunächst offiziell von einer Adresse am Cecilienplatz aus, auf dem sich damals aber noch keine festen Bauten befanden. Kurz darauf muss die Familie in das schon erwähnte Haus in der damaligen Lichtensteinallee, der heutigen Senheimer Straße eingezogen sein. Kinder sind bislang nicht nachweisbar.
Hildegard Scheiding trat später selbst unternehmerisch in Erscheinung. Im Haus der Familie betrieb sie spätestens seit Ende 1913 die Pension „Hildes Heim“. Sie bezeichnete sich in Werbeanzeigen als „staatlich geprüfte Haushaltungslehrerin“ (Der Tag 19.2.1914) Historische Postkarten werben mit großem Garten, Waldlage, Warmwasser, elektrischem Licht und familiärer Betreuung der Gäste. Die Werbung vermittelt zugleich ein Bild des frühen Frohnaus als Erholungs- und Gesundheitsstandort vor den Toren Berlins. Ob die Pensionstätigkeit auch mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten ihres Mannes zusammenhing, lässt sich zwar nicht nachweisen, erscheint jedoch durchaus denkbar.
Die Karriere Scheidings verlief keineswegs geradlinig. Anders als viele seiner planenden Kollegen trug er als Bauunternehmer auch die wirtschaftlichen Risiken der Bauausführung.
Bereits Anfang 1913 – kurz nachdem er ein Grundstück aus der Konkursmasse von Albert Mehl erworben hatte – geriet er selbst in eine schwere Krise. Im (heute nicht mehr existierenden) Altstädter Hof nahe der Marienkirche im Zentrum Berlins wurde am 20. Januar 1913 eine Gläubigerversammlung einberufen. Wenig später wurde das Konkursverfahren eröffnet. Zeitlich fällt der Zusammenbruch mit der Berliner Immobilien- und Grundstückskrise von 1912/13 zusammen. Die Akten nennen für einzelne Frohnauer Bauten hohe Verbindlichkeiten. Auch die Pankower Wohnanlage in der Mühlenstraße ging im Laufe des Jahres 1913 in die Zwangsversteigerung. Kleine Teile seines Immobilienbesitzes konnte Max Scheiding an seine Frau überschreiben. In den folgenden Jahren war Scheiding wieder als Architekt und Unternehmer tätig und begann auch neue Projekte. Seine frühere wirtschaftliche Stellung in Frohnau erreichte er jedoch offenbar nicht mehr.
Während Max Scheiding 1915 noch als Bewohner der damaligen Lichtensteinallee in Frohnau nachweisbar ist, erscheint er 1921 als Architekt im Berliner Adressbuch mit Wohnsitz in der Potsdamer Straße und 1925 in der Genthiner Straße in Tiergarten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte die Familie Frohnau bereits verlassen. 1920 taucht Scheiding auch als Mitglied des Vorstandes der Genossenschaft „Krieger-Vereins Heimstätten Groß-Berlin“ auf. (Reichsanzeiger 7.7.1920, Nr. 36549, S. 28)
Ein fast vergessener Baumeister
Die Bauten Scheidings unterscheiden sich im Detail von denen anderer Frohnauer Architekten wie Straumer und Poser, passen sich jedoch perfekt in den Formenkanon der frühen Gartenstadt ein. Wiederkehrende Merkmale vieler seiner Frohnauer Bauten sind hohe Mansarddächer, teils auch Satteldächer, bewegte Dachlandschaften, Erker, Veranden und eine ausgeprägte Gliederung der Baukörper.
Während die Namen Paul Poser und Straumer in Frohnau bis heute präsent sind, ist Max Scheiding nahezu aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Ein gesichertes Porträtfoto konnte bislang nicht ermittelt werden. Bislang konnte nicht einmal Scheidings Todesdatum sicher ermittelt werden.
Dabei gehört er mit seinen zahlreichen erhaltenen Bauten zu den wichtigsten Architekten der Gründungsphase. Seine – teils vergleichsweise großen – Häuser dokumentieren eine eigenständige Spielart der Reform- und Landhausarchitektur und prägen das Ortsbild bis heute. Er war nicht nur Baumeister, Bauunternehmer und Bauherr, sondern auch einer der ersten Siedler in Frohnau. Zugleich erzählt seine Biographie von den Chancen und Risiken, die gerade für Bauunternehmer mit der Entstehung der neuen Gartenstadt verbunden waren.




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