Der Bürgerverein hat im Kooperation mit dem Verein "Gaslicht-Kultur e.V." eine umfassende Aktion für den Erhalt der historischen Gasbeleuchtung der Berliner Straßen, insbesondere für Frohnau über die Sommermonate durchgeführt. Es startete mit der ersten Pressemitteilung im April 2011 und einem größeren Bericht darüber in der Morgenpost im Mai 2011. Dieses war die Vorbereitung für die Informationsveranstaltung am 10. Juni 2011 im Centre Bagatelle und eine Unterschriftenaktion, bei der rund 500 Unterschriften zusammenkamen. Zusammen mit einem Begleitschreiben haben wir die 500 Unterschriften an 21 Einrichtungen wie Parteien im Abgeordnetenhaus, im Bezirk, an den Landesrechnungshof, Bund der Steuerzahler sowie an Presse und Fernsehen verschickt (siehe Dokumentation 1 und 2). 

Trotz Wahlkampf in Berlin wurde dieses Thema nicht aufgegriffen. Pflichtgemäß gab es einige "Nullschreiben", so auch von der Senatorin Frau Junge-Reyer. Hierzu haben wir ein entsprechendes Antwortschreiben gegeben, da eine Reihe von Unrichtigkeiten im Brief enthalten waren. Der rbb brachte in der Abendschau nach sieben Wochen einen Beitrag, der der Thematik nicht angemessen war. Der Beitrag wurde tendenziös im Sinne der Senatslinie anmoderiert, wogegen der Bürgerverein sich beim Rundfunkrat und der Indendantin beschwert hat und eine Gegendarstellung verlangt hat.

Bisher gab es noch keine Reaktion!

Es stimmt schon traurig, wie hier auf breiter Front ein Thema totgeschwiegen wird, ein Stück Kulturgut systematisch kaputt gemacht wird und vor allem bei leerer Haushaltskasse Millionen Steuergelder sinnlos ausgeben werden!

Am 10. Juni 2011 fand unsere Informationsveranstaltung

"Warum sollen die Gaslaternen gegen Elektrolaternen in Frohnau ausgetauscht werden?"

statt. Das Echo war groß. Und nach den einführenden Vorträgen, insbesondere über die unterschiedlichen Gaslaternentypen, die weit in das 19. Jahrhundert zurückreichen und immer noch funktionstüchtig sind, ergab sich ein eindeutiges Votum der anwesenden Frohnauer Bürger und Bürgerinnen, dass um den Erhalt der Gasbeleuchtung in Berlin und ganz speziell in Frohnau gekämpft werden sollte.

 

Mit folgender Resolution

„Die Frohnauer Bürger und Bürgerinnen bitten die Bezirksverordnetenversammlung von Reinickendorf / den Landesrechnungshof / (weitere Stellen kommen noch hinzu) sich bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für einen sofortigen Baustopp bei der Umrüstung der Gaslaternen auf Elektrolaternen einzusetzen,  um eine weitere Vernichtung historischer Elemente in Frohnau, die ihre Funktion über Jahrzehnte erfüllt haben und noch immer erfüllen, zu beenden.“

sollen die gesammelten Unterschriften an die zuständigen Stellen übergeben werden. Der Bürgerverein richtet seinen Appell an die Bürger und Bürgerinnen, sich in die beigefügte Unterschriftenliste einzutragen, um der Aktion das nötige Gewicht zu geben.

Über die Sommermonate hat der Bürgerverein eine Reihe von Aktivitäten durchgeführt, um den Abbau der Gaslaternen insbesondere in Frohnau zu verhindern (siehe Dokumentation). 

Es stimmt schon traurig, wie hier auf breiter Front ein Thema totgeschwiegen wird, ein Stück Kulturgut systematisch kaputt gemacht wird und vor allem bei leerer Haushaltskasse Millionen Steuergelder sinnlos ausgeben werden!

Straßenbeleuchtung

Ein erster Teilerfolg im Kampf um die Erhaltung der Gaslaternen in Frohnau

 

Auf Initiative des Bürgervereins Frohnau und in Kooperation mit dem Gaslicht-Kultur e.V. wurde eine Unterschriftenaktion mit dem Ziel des Erhalts der Gaslaternen in Reinickendorf gestartet. Insgesamt kamen 1.300 Unterschriften zusammen, die den Einwohnerantrag der Ursprungsinitiatoren Hanne Bauer-Deicke, Hans-Peter Lühr und Christian Mey „Erhaltung des Gaslichts in Reinickendorf“ gemäß § 44 Bezirksverwaltungsgesetz stützten. Dieser wurde dem Bezirksamt im Dezember 2015 übergeben. Nach Prüfung der Unterschriften wurden 1.040 Unterschriften anerkannt, so dass dem Antrag stattgegeben werden musste. Am 14.01.2016 befasste sich der Bauausschuss des Bezirksamts mit dem Antrag.

Nach lebhafter Diskussion wurde der Antrag auf Vorschlag der Grünen etwas geändert, so dass er mit den Stimmen der CDU und der Grünen mehrheitlich in der folgenden Fassung angenommen wurde.

 

Endgültige Fassung des Einwohnerantrags

Dem Bezirksamt wird empfohlen, sich gegenüber der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt für einen Zukunftsplan Gasbeleuchtung für den Bezirk Reinickendorf einzusetzen. Dieser definiert Bereiche, in denen mit Gas betriebene Straßenlaternen aller vorhandenen Typen aus Gründen des Denkmalschutzes, der Stadtbildpflege sowie der Aufenthalts- und Wohnqualität des Bezirks als Kulturgut in einigen ausgewählten Orten erhalten und unter Denkmalschutz gestellt werden. Bei der Auswahl ist das Votum des Reinickendorfer Denkmalbeirates einzuholen.

Dem Bezirksamt wird des Weiteren empfohlen, sich gegenüber der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in den nachfolgend aufgeführten Bereichen für einen sofortigen Abbaustopp einzusetzen:

Gartenstadt Frohnau zwischen S-Bahn-Trasse und Zerndorfer Weg; Ortszentrum Hermsdorf zwischen Heinsestraße, Heidenheimer Straße und Hermsdorfer Damm; Dorfkern Hermsdorf (F); Siedlung südlich des Waidmannsluster Damms; Dorfanger Lübars (F); Siedlung Freie Scholle (F); Wohnanlage nördlich der Gorkistraße (F); Bereich Alt-Tegel; Siedlung Wittenau–Bereich Taldorfer Weg – Rathauspromenade (F); Wohnanlagen östlich der Ollenhauerstraße (F); Bereich Alt-Reinickendorf (F) sowie Welterbesiedlung Weiße Stadt (F)

(F) = Flächendenkmal

Begründung:

Berlin besitzt mit seiner Vielfalt an historischen Gaslaternen ein Alleinstellungsmerkmal. Die Gasbeleuchtung in Reinickendorf hat ortsteilabhängig einen Anteil von bis zu 80% an der Straßenbeleuchtung und stellt somit ein überragendes und den Menschen seit langem vertrautes Element im Straßenbild dar.

Das gilt insbesondere für die Ortsteile Frohnau, Hermsdorf und Waidmannslust, die nahezu homogen gasbeleuchtet sind. Die vorhandene Gasbeleuchtung ist langlebig und umweltschonend, da sie insektenschonend ist und nicht zur Lichtverschmutzung beiträgt. Die Gaslichtgebiete des Bezirks wie geplant nahezu flächendeckend mit elektrischem Licht auszustatten, würde diese nachhaltig verändern und von den Anwohnern als störend empfunden.

Zudem gibt es im Bezirk zahlreiche Flächendenkmale, die durch das Gaslicht entscheidend geprägt werden; dazu gibt es für die Gartenstadt Frohnau seit 1997 eine Erhaltungssatzung, die dem bis heute erhaltenen Charakter der ursprünglichen Ansiedlung Rechnung trägt und derart stadtbildverändernde bauliche Eingriffe ausschließt.

Mit dem sofortigen Abbaustopp soll verhindert werden, dass durch bevorstehende Abrissaktivitäten vollendete Tatsachen geschaffen werden, die dem oben beschriebenen Zukunftsplan entgegenstehen.

 

Als nächstes befasst sich nun die Bezirksverordnetenversammlung mit dem Antrag. Bei positivem Ausgang geht dann das Ersuchen an den Senat.

Wir hoffen, dass mit diesem gefundenen Kompromiss im Bauausschuss eine Brücke zumindest für einen Ensembleschutz für die Gasbeleuchtung gefunden worden ist, der den Senat in seiner technokratischen „Rasenmähermentalität“ beim flächendeckenden Abriss der Gasbeleuchtung innehalten lässt und dem Denkmalschutz seinen gebührenden Raum und Respekt gewährt.

Beseitigung der historischen Gaslateren

Der Wahnsinn geht weiter!

Unbeirrt setzt der Senat sein Abrisskonzept durch und verschwendet sinnlos unsere Steuergelder!

Der Senat zerstört ein kulturhistorisches Denkmal!

 

Wir als Bürgerverein haben uns seit Monaten für ein Umdenken bei der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zusammen mit dem Gaslicht-Kultur e.V. und anderen aktiven Gruppen in anderen Bezirken von Berlin eingesetzt. Darüber hinaus wurden auch alle politischen Parteien angesprochen. Aber die Ignoranz der Politik und der Senatsverwaltung haben sich der Diskussion verweigert, den Bürgern sogar die Kompetenz abgesprochen, sich dazu äußern zu können. Man fragt sich, was das alles mit den Sonntagsreden und –papieren über das Thema Partizipation, das Miteinander von Politik, Verwaltung und Bürgern zu tun hat!

Wir versuchten mit dem Vorschlag „Rettet wenigstens Ensemble“ (Anhang 1) noch eine Kompromisslinie zu finden. Aber die Antwort war ein rotzfrecher Brief, unterschrieben vom Senator Müller (Anhang 2).

Sie sollten nur wissen, dass

  •  Berlin über die Hälfte aller weltweit noch vorhandenen Gaslaternen besitzt! Dieses ist ein einmaliger Schatz.

  •  die den Abriss ausführenden Firmen für jede abgerissene Gaslaterne zusätzliche Bonuszahlungen erhalten? - bis zu 320 Euro pro Jahr!

  • der Berliner Senat bisher keine umfassende Energie- und Umweltbilanz für die Zerstörung dieses Denkmals vorgelegt hat! Er berücksichtigt z.B. nicht die dreimal höhere Lebensdauer der Gaslaternen und die Umweltbelastung, die durch den Laternenaustausch entstehen wird.

  • sämtliche Berliner Gaslaternen in einem ganzen Jahr gerade einmal soviel CO2 emittieren wie das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde an einem einzigen Nachmittag.

  • der Berliner Senat den Betrieb der Gaslaternen an den Atomstromkonzern Vattenfall übertragen hat - man also den Bock zum Gärtner gemacht hat!

  • Gaslicht nicht nur für das menschliche Wohlbefinden am besten ist, sondern auch für das Gleichgewicht der Stadtnatur: Gaslaternen sind ungefährlich für Insekten (die Nahrungsgrundlage für Singvögel) - anders als Elektrolaternen, an denen pro Sommernacht jeweils bis zu 150 Insekten pro Lampe verenden.

Aber die Messen sind gelesen! Es gibt kein Zurück mehr! Ein jeder kann sich jetzt seine Schlussfolgerungen hinsichtlich seiner Entscheidungen über zukünftige politische Willensbildungen machen.

Dennoch wir werden weitermachen als Bürgerverein, um uns in den politischen Alltag einzubringen. Unterstützen Sie uns dabei und machen Sie den Bürgerverein durch Ihren Beitritt stark.

Gaslaternen sollen gegen Elektrolaternen ausgetauscht werden!

Petition an den Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit

Eine der letzten Chancen:

Die Petition zur Erhaltung der Berliner Gas-Straßenbeleuchtung

Unterstützen Sie diese letzte Chance zur Rettung der weltweiten, einmaligen kulturhistorischen Situation in Berlin.

Sie haben Zeit bis zum 15. September 2012!

 

Mehr als die Hälfte aller weltweit existierenden Gas-Straßenlaternen stehen in Berliner Straßen. Berlin ist damit so etwas wie die Weltmetropole der Gasbeleuchtung. Diese historischen Berliner Gaslaternen stammen aus verschiedenen Epochen vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Nachkriegsmoderne. Die Berliner Gaslaternen, die alle auch in Berlin entwickelt und gebaut wurden, stellen somit ein weltweit einmaliges Industriedenkmal von außergewöhnlichem Wert dar.

Frohnau und Hermsdorf sind als Siedlungsfläche die weltweit größten zusammenhängenden Gebiete mit dieser Gas-Straßenbeleuchtung. Ein Abbau bedeutet einen herben Verlust für unsern Kiez.

Ungeachtet dessen plant der Berliner Senat mit wirtschaftlichen und ökologischen Begründungen einen nahezu vollständigen Abbau der Berliner Gas-Straßenbeleuchtung bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode.

Der Abbau hat bereits begonnen.

Weitere Informationen sind dem folgendem Link zu entnehmen, bei dem Sie auch Ihre Unterschrift hinterlegen können.

Der Kampf um die Erhaltung der Gaslaternen geht weiter!

Übersicht über die Aktivitäten zur Verhinderung des Abbaus der Gaslaternen

Der Gaslicht-Kultur e.V. und unser Bürgerverein haben erfolgreich mit dem Verein Denkmal an Berlin e.V. zum Thema "Das besondere Denkmal"  die "Gaslaternen-Affäre" thematisiert und als Hauptargument den Denkmalschutz herausgestellt, so dass SenStadt nicht nur mit Kosten und CO2 Verbrauch argumentieren und das Thema lapidar herunterspielen und die Gegner mundtot machen kann. Hieraus resultierten auf der Basis einer Presseerklärung zwei Zeitungsbeiträge, und zwar in der Morgenpost und in der Berliner Zeitung.