Wohin mit dem Regen?
Auswertung des Starkregenereignisses
Ende Juni/Anfang Juli 2017 und Verbesserungen

 

Die extremen Niederschläge im Juni, Juli und August diesen Jahres haben uns in Frohnau vor Augen geführt, dass auch wir von Hochwasserereignissen nicht verschont sind, obwohl Frohnau nicht an einem Flusslauf liegt. Nicht nur, dass einige Straßenabschnitte selbst für Fahrzeuge nicht mehr passierbar waren, sondern auch viele Häuser im unmittelbaren Umfeld der Versickerungsteiche hatten in ihren Kellern und teilweise ihren Wohn- / Arbeitsbereichen mit Überflutungen zu kämpfen.

Der Bürgerverein hat davon betroffene Bürger befragt und Informationen gesammelt, um damit eine belastbare Basis für weitere Diskussionen und weitergehende Maßnahmen zu entwickeln. Für jeden Einzugsbereich der Versickerungsteiche sind aus den Berichten der Bürger sog. Steckbriefe erarbeitet worden, die die Regen-Situation in Wort und Bildern festhalten.

Auf einer Veranstaltung am 21. September 2017 hat der Bürgerverein die eingegangen Informationen vorgestellt und mit rund 100 Teilnehmern, überwiegend Betroffene, in sachlicher Atmosphäre diskutiert.

 

Der Vortrag (PowerPoint) ist nebenstehend.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde ein Entwurf eines Memorandums vorgetragen. Diesem Memorandum konnten sich die Anwesenden anschließen, so dass dem Bürgerverein daraus auch eine Mandat erwuchs, an dem Thema weiter zu arbeiten. Das Memorandum wird an die Politik des Landes und des Bezirkes sowie an die Verwaltung als auch an die Berliner Wasserbetriebe und die Berliner Stadtreinigung gehen mit dem Ziel, alle an der Thematik beteiligten und zuständigen Stellen zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern Frohnaus an einen "Runden Tisch" zu bekommen, um die erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

Memorandum

Als nächster Schritt wird die vom Bürgerverein durchgeführte Analyse von den Betroffenen überprüft und gegebenenfalls ergänzt. Die konsolidierten Berichte sowie die dabei zusammengestellten Fragen und Forderungen sind dann Basis für eine Diskussion mit allen Beteiligten (Senatsverwaltung, Bezirksverwaltung, BWB, BSR sowie Bürgerinnen und Bürger) an einem „Runden Tisch“.

Der Bürgerverein will mit dieser Aktion eine Plattform schaffen, auf der in sachlicher Atmosphäre die aufgetauchten Probleme behandelt werden. Er strebt an, die beteiligten Stellen dazu zu bringen, die technischen und organisatorischen Maßnahmen für eine nachhaltige Überflutungsvorsorge - als Teil der Daseinsvorsorge - zu erarbeiten und einzuleiten.

Wir diskutieren sachbezogen

Der Bürgerverein will mit dieser Initiative eine Plattform schaffen, auf der Probleme wie Straßenüberschwemmungen, Regenwasser in Gärten und Häusern in sachlicher Atmosphäre die behandelt werden. Er strebt an, die beteiligten Stellen dazu zu bringen, technische und organisatorische Maßnahmen für eine wirksame Überflutungsvorsorge als Teil der Daseinsvorsorge zu erarbeiten und einzuleiten.

 

Wir nutzen fundierte Daten und schlagen konkrete Maßnahmen vor

Um in möglichst tiefgehenden Analysen die Wege des Wassers und die Ursachen der Überschwemmungen heraus zu finden, führen wir öffentlich zugängliche Informationen der Verwaltung und Beobachtungen von Bürgern zusammen. So werden die Straßendaten mit dem Geländemodel verknüpft, um die Ablaufrichtung des Wassers zu ermitteln, die Wege des Wassers durch das Kanalnetz zu verfolgen und die Größe der notwendigen Versickerungsteiche bei verschiedenen Wetterlagen zu berechnen.

Aus 4 untersuchten (von bisher 20 gemeldeten Überschwemmungen wissen wir, dass die Ursachen sehr unterschiedlich sind, z. B. undurchlässige oberste Bodenschicht im Gebiet um den Pilz, schlechtes Zusammenspiel zwischen Schmutz- und Regenwasserableitung am Neubrücker Teich, schlecht eingebaute und gewartete Gullys und Rückstauklappen. Wir halten es daher für notwendig, dass jeder Schadensort einzeln betrachtet wird und passende Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Die Erkenntnisse aus den Analysen werden wir mit den betroffenen Bürgern überprüfen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen wollen wir mit allen Beteiligten an einem Runden Tisch diskutieren und zur Umsetzung bringen.

Wir brauchen Ihre Beobachtungen

Hatten Sie bereits Wasser im Keller? Stand der Garten unter Wasser oder ist Ihr Auto „abgesoffen“? Beschreiben Sie, was sie gesehen und erlebt haben und/oder formulieren Sie Ihre Fragen an die für Sie verantwortlichen Stellen. Dies gilt für zurückliegende Ereignisse, ist aber auch für zukünftige wichtig. Wir benötigen Ihre Beobachtungen, denn diese sind die Basis für unsere Untersuchungen.

Wir bitten daher alle Frohnauer Bürger, die Regenwasserprobleme auf den Straßen, in Gärten und/oder Häusern haben, diese mit Hilfe unseres Fragebogens und eigenen Fotos bzw. Videos zu dokumentieren und an den Frohnauer Bürgerverein zu melden. Sie unterstützen mit Ihren Berichten das Voranbringen des Prozesses mit aktuellen Informationen.

Den Fragebogen können Sie hier herunterladen:

Am einfachsten für uns ist die Zusendung per eMail an folgende Adresse:

regen@frohnauer-buergerverein.com

Haben Sie keinen Zugang zu eMail, schicken Sie das Formular bitte per Post an:

Frohnauer Bürgerverein
c/o Udo Maack, Falkentaler Steig 120A, 13465 Berlin

oder rufen Sie uns einfach unter    0177 – 405 33 52    an.

Chronik des Projektes "Wohin mit dem Regenwasser?"

  • November / Dezember 2017

Aufbereitung der Verwaltungsdaten (Geländemodell, Regen- und Abwasserkanäle, Bohrprofile) für die Detailuntersuchungen

Entwicklung von Methoden zur Beantwortung von Detailfragen

  • 24. November 2017

Vorstellung des Projektes beim    Haus- und Grundbesitzerverein Heiligensee

  • 23. Oktober 2017

Treffen der lokalen Koordinatoren

  • 21. September 2017

Vorstellung des Projektes auf einer Bürgerversammlung in der Victor-Gollancz-Schule

Verfassung eines Memorandums zum Hochwasserschutz in Frohnau

Bildung von Untersuchungsgebieten mit lokalen Koordinatoren

  • 31. August 2017

Erstes Gespräch mit den Berliner Wasserbetrieben

  • Juli / August 2017

Sammlung und Aufbereitung der Fragebögen

Erstellen von Dossiers der Schadensgebiete

  • 16. Juli 2017

Verteilung des Fragebogens zu Schadensbeobachtung an die Anrainer der Versickerungsteiche

  • 28./29. Juni 2017

Aufnahme von Informationen vor Ort zum ersten Starkregenereignis des Jahres 2017

Niederschlagswassermanagement in der Wiltinger Straße

Die Ableitung des Niederschlagswassers in Frohnau erfolgt als Oberflächenabfluss über die Straßen in die Niederschlagsversickerungsteiche, die sich jeweils an den tiefsten Stellen der 21 kleinen hydrologischen Einzugsgebieten befinden. Die Wiltinger Straße entwässert zum Ludwig-Lesser-Teich, der ständig im Starkregenereignis überlastet ist.

Nicht zuletzt unter dem Eindruck intensiver Starkregenereignisse in den letzten Jahren wird mittlerweile ein Überflutungsschutz bzw. eine Risikominimierung bei Starkregen gefordert. Ein absoluter Schutz gegen die negativen Auswirkungen von Überflutungen durch Starkregen ist nicht möglich. Allerdings kann durch geeignete Vorsorgemaßnahmen das Schadenspotenzial bzw. das Gefährdungsrisiko verringert werden.

In diesem Zusammenhang hat das Vereinsmitglied Prof. Lühr einen Vorschlag dem Bezirksamt für die Wiltinger Straße unterbreitet, da der Mittelstreifen im Zuge des Beitrags zur IGA 2017 mit der Randbepflanzung von Bäumen neu gestaltet werden sollte. So wurde der Mittelstreifen im Zuge der Neugestaltung des Mittelstreifens zwischenzeitlich als Mulde modelliert, so dass damit vorbereitend die Versickerungsmöglichkeiten geschaffen wurden, wenn im Zuge der Straßenerneuerung die Überläufe in den Mittelstreifen realisiert werden. Hiermit wurde bereits ein Beitrag zur behutsamen Weiterentwicklung des Frohnauer Niederschlagswasser-ableitungssystems geschaffen.

Regenwasserentwässerung

Frohnauer kämpfen weiter

Zeitlich und meteorologisch gut gewählt war der Abend des Neujahresempfangs des Berliner Bürgervereins der Gartenstadt Frohnau. Seit Tagen regnete es fast unterunterbrochen. Genau der Zustand, der vielen Frohnauern in mehrfacher Hinsicht Unbehagen bereitet und gleichzeitig ein Anlass des Neujahresempfangs war. Denn der Bürgerverein setzt sich seit einiger Zeit für ein Alternativkonzept zum Bau von Regenentwässerungsbecken in Frohnau ein. Den Neujahrsempfang im Centre Bagatelle nutze der Bürgerverein, um Fragen rund um diese nun fast einjährige Problemstellung zu thematisieren. Der Protest der Bürger hatte die im Februar 2007 durchgeführte Füllaktion im ehemaligen Kaiserpark im Edelhofdamm nicht verhindern können.
Das Regenwasserauffangbecken wurde, wie von den Berliner Wasserbetrieben geplant, mit unterirdischer Straßenentwässerung gebaut. Der Verein und die Anwohner geben nicht auf und dringen auf die Prüfung und Anwendung eines preisgünstigeren Gegenkonzeptes, dass die oberirdische Straßenentwässerung vorsieht. Denn das am Kaiserpark gebaute Becken ist nur eines von vielen. Insgesamt müssen die 16 vorhandenen Regenauffangbecken in Frohnau verplant werden.

Der mit fachkundiger Unterstützung entwickelte Vorschlag der Bürgerinitiative beinhaltet die Ableitung des anfallenden Regenwassers in vorhandene Senken, so genannte Polderflächen. Es sollte vor allem ökologischer geplant werden und das unnötige Füllen von Bumen verhindert werden. Dieses ist zudem weitaus weniger kostenintensiv, da ein Aufreißen der Straßenbelge entfällt und später anfallende Wartungs- und Reinigungskosten für Regenauffangbecken und Ableitungssysteme so erst nicht entstehen erläuterte der Entwickler des Gegenkonzeptes, Professor Lühr. Nach seiner Aussage hatte die Bürgerinitiative bereits einige Unterstützung in der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung (einstimmiger Beschluss, Alternativen zu prüfen). Auch die Berliner Wasserbetriebe seien grundsätzlich nicht abgeneigt, den Vorschlag zumindest zu prüfen, nur die letztendliche Verantwortung liege dafür natürlich beim Bezirksamt, dem es aber an Fachkräften zur Beurteilung und am Geld mangelt, so Lühr.


Doch auch ein weiteres Thema hatte der Bürgerverein auf seiner Tagesordnung: Die Gerüchte um den Verkauf des Poloplatzes. Nach dem Wirbel um die Sperrung eines Teils des Weges am Poloplatz durch den Betreiber, erregt dieses Gerücht nun erneut die Gemüter vieler Frohnauer. Der Bürgerverein, der einen barrierefreien Weg rund um den Poloplatz ermöglichen will, hatte 2002 die Klage vor dem Kammergericht gegen die Sperrung des Weges verloren. Ist das Urteil auch ein Stachel im Fleisch, der schmerzt, so Heinz-Jürgen Schmidt vom Bürgerverein, ist das Urteil doch mangels Rechtschutzbedürfnis nicht angreifbar ein erneutes Verfahren also rechtlich nicht möglich. Neben dem gesperrten Teil des Weges sind einige Teile des noch öffentlichen Weges, oft nach anhaltendem Niederschlag aufgrund großer Pfützen, für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer unwegsam. Diese Problematik sei jedoch darauf zurckzuführen, das dem Bezirksamt, das die Flächen verwaltet, nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um die Wege zu erneuern, erläutert Heinz-Jürgen Schmidt. Die Gerüchte um den Verkauf des Platzes durch den derzeitigen Pächters stützte Schmidt jedoch nicht, da ein Verkauf der denkmalgeschützten Fläche wenig lukrativ für andere Investoren erscheine.

Diskussion über Niederschlagsversickerungsbecken geht weiter, aber: