Der Beitrag Frohnaus zur Internationalen Gartenausstellung IGA 2017

 

Im Jahre 2017 ist Berlin der Austragungsort der alle zehn Jahre stattfindenden Internationalen Gartenausstellung IGA. Die Konzeption sieht vor, neben dem zentralen Standort „Gärten der Welt“ in Marzahn auch weitere Standorte in die IGA einzubeziehen.

Hierbei ist es dem Bezirksamt Reinickendorf gelungen, die Initiative des Frohnauer Bürgervereins in der Gartenstadt e.V. aufgreifend, mit Unterstützung des Abgeordnetenhaumitglieds Jürn Jakob Schultze-Berndt die Gartenstadt Frohnau in das IGA-Konzept mit einzubinden.

Gesamtprogramm für den Beitrag Frohnaus zur IGA 2017

Im Kernprogramm wird regelmäßig während der Gesamtdauer der IGA folgendes angeboten:

Frohnaufilm

Mit dem Imagefilm werden die wesentlichen charakteristischen Elemente Frohnaus im Wandel der Zeit von der Gründung über die Entwicklungen zurückliegender Jahrzehnte bis in die Planungen der Zukunft aufgezeigt. Hierzu gehören Plätze, Parks und Straßenbäume sowie Gärten und ihre Häuser als auch das Regenwassermanagement. Der Besucher soll über den Film erahnen, was er auf den Spaziergängen zu sehen bekommt.

Frohnaus Alleen

Auf geführten Spaziergängen werden in insgesamt vier Bereichen gartendenkmalpflegerische Rekonstruktionen präsentiert, wobei als Besonderheit die unterschiedlichen Entwicklungsstadien dargestellt: im Bestand, im Bau befindend und im fertig gestellten Zustand.

Frohnaus Blaue Augen und Frohnaus Gärten und Häuser

Auf geführten Spaziergängen werden die ortsbildprägenden Baustile, Straßen und das für Frohnau einmalige Regenwassermanagementsystem, Frohnaus „Blaue Augen“, vorgestellt. Die 20 Versickerungsbecken für das Regenwasser bilden zusammen mit der Straßenführung und dem kleingliedrigen Pflaster seit über 100 Jahren die Grundlage für ein nachhaltiges Entwässerungssystem. Gleichzeitig sind die Teiche Orte der Erholung und Lebensraum für Flora und Fauna.

Weiter gibt es eine Reihe von Begleitveranstaltungen, die als einmalige Aktivitäten angeboten werden. Sie werden vom Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau e.V., vom Kulturhaus Centre Bagatelle e.V., vom Kunstverein Centre Bagatelle e.V., vom Naturschutzbund Berlin e.V. (Bezirksgruppe Reinickendorf) und von der Initiative Offene Gärten Berlin-Brandenburg sowie der Katholischen und Evangelischen Kirche gestaltet.

Initiative Offene Gärten

Die Initiative „Offene Gärten“ stellt eine Reihe privater Gärten zur Besichtigung bereit. Dieses wird begleitet durch Lesungen von Texten über gartenbezogenen Themen namhafter Schriftsteller und Schriftstellerinnen mit teileweise musikalischer Umrahmung.

Kunstausstellungen

Im Centre Bagatelle stellen Künstler in zwei Ausstellungen Bilder mit Bezug zur Gartenausstellung aus.

Vortragsreihe

Der Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau e.V. präsentiert im
Centre Bagatelle eine Vortragsreihe mit Themen, die unmittelbaren
und aktuellen Bezug zu Frohnau haben.

Vogelwelt

Der NABU führt auf geführten Spaziergängen in die Vogelwelt Frohnaus ein.

Ökomenischer Gottesdienst

Auf dem Zeltinger Platz findet ein ökomenischer Gottesdienst statt.

 

Hier finden Sie das Gesamtprogramm:

 

 

Literatur zu Frohnau

in der Buchhhandlung Haberland am Zeltinger Platz 

Der Frohnaufilm zur IGA

(noch in Bearbeitung) 

 

IGA-Webseite des Bezirksamtes

Für Koordinatoren und Auskunft

          Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Lühr (2. Vorsitzender des Bürgervereins)

                             Tel.: 401 007 03;  Email: frohnauer-buergerverein@web.de

          Rüdiger Zech (Leiter des Grünflächenamts Reinickendorf)

                             Tel.: 90294 2268;  Email: ruediger.zech@reinickendorf.berlin.de

Bericht im Tagesspiegel über die dezentralen Standorte

Frohnau – fester Bestandteil der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017

 

Im Jahre 2017 ist Berlin Austragungsort der alle zehn Jahre stattfindenden Internationalen Gartenausstellung (IGA). Die Konzeption sieht vor, neben dem zentralen Standort "Garten der Welt" in Marzahn auch weitere Standorte in Berlin in die IGA einzubeziehen. Hierbei ist es dem Bezirksamt Reinickendorf gelungen, die Initiative des Berliner Bürgervereins in der Gartenstadt Frohnau e.V. aufgreifend, die Gartenstadt Frohnau in das IGA-Konzept einzubinden.

 

In dem Gesamtkonzept der IGA 2017 ist Frohnau als einer der dezentralen Standorte eingebunden, wobei das gesamte Siedlungsgebiet „Gartenstadt Frohnau“ präsentiert wird (Bild).

 

Weitere Informationen finden Sie im IGA-Flyer:

Entstehungsgeschichte IGA

Bewerbung von Frohnau als Element der Internationalen Gartenausstellung 2017

In der Koalitionsvereinbarung 2011-2016 wird unter dem Themenkomplex „Entwicklung Tempelhofer Freiheit“ (jetzt wohl Marzahn) als Maßnahme die Internationale Gartenausstellung 2017 angekündigt. Es heißt dort:

Die Internationale Gartenausstellung 2017 wird nicht nur ein touristisches Großereignis für Berlin. Sie ist vor allem ein Schlüsselprojekt für die zukünftige Entwicklung der Tempelhofer Freiheit.

Aus unserer Sicht wäre es für eine Stadt wie Berlin zu kurz gegriffen, wenn sich eine internationale Ausstellung nur auf ein Objekt beschränken würde. Berlin hat auch unter dem Aspekt einer Gartenausstellung mit der Gartenstadt Frohnau ein einmaliges Kleinod zu präsentieren.

 

Alle Siedlungsobjekte, die aus der Gartenstadtbewegung (Anhang) des ausgehenden 19. Jahrhunderts entstanden sind, auch in anderen Bereichen Berlins wie Staaken, Hohenschönhausen, Westend, Lichterfelde, um nur einige zu nennen, sind im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte derart zersiedelt und umgestaltet worden, dass die der Gartenstadtidee zu Grunde liegende Philosophie nicht mehr erkennbar ist. Frohnau dagegen hat diesen Charakter in allen seinen Fazetten erhalten können. Der Charakter der ursprünglichen Ansiedlung mit seinen Straßenzügen, seinem Baumbestand, seinen Plätzen und privaten Gärten, die von Ludwig Lesser (1869-1957) einmalig gestaltet worden sind, aber auch mit seiner Vielfalt an Häuserstilen stellen noch heute eine harmonische Symbiose dar.

Er unterstützte die damaligen Reformbestrebungen auch durch seine publizistische Tätigkeit. Besonders bekannt ist sein 1920 geschriebenes Gedicht „Gebt Gärten!“ Ihn bekümmerten die schlechten Wohnverhältnisse in der rasant wachsenden Hauptstadt, unter denen besonders die Kinder zu leiden hatten. So lautet die 2. Strophe seines Gedichtes:

Gebt Gärten!
„Kinder sollen dort wachsen, gedeih’n
wo spüren sie der Sonne Schein?
Sie verkümmern, verdorren mit traurigem Blick,
Denkt an Eure Kindheit zurück!
Lasst auch die Großstadtkinder in Gärten springen,
lasst sie dort fröhlich sein, lasst sie dort singen,
Gebt ihnen Gärten!“


Somit können die Parkanlagen um die Plätze und in den Straßen, die Gewässer (blauen Augen von Frohnau) mit ihren umgebenden Biotopen, die mittlerweile aus den Versickerungsteichen entstanden sind, Gartenanlagen von Privathäusern, die Straßenrand-bepflanzungen mit Bäumen als Siedlungsflächendenkmal dem nationalen und internationalen Besucher vorgeführt werden.

Über die Philosophie der Gartenstadtbewegung sind nicht nur Gärten entstanden. Sie sind ein Element im Ensemble einer Siedlungsstruktur zum Wohlfühlen, in deren Mittelpunkt sich die beiden denkmalgeschützten Plätze (Zeltinger Platz und Ludolfinger Platz) und die zentrale Verkehrsanbindung mit der S-Bahn direkt ins Zentrum von Berlin sowie die Konzentration aller wesentlichen Einkaufsmöglichkeiten befinden.

Frohnau ist ein Beispiel für eine bewusst in die Landschaft, in die Topografie eingepasste Siedlung, was an seinen krummlinigen Straßenführungen und seinem noch teilweise vorhandenen Baumbestand aus der Zeit von vor der Gründung ablesbar ist. Auch das intelligente Ableitungssystem des Niederschlagswassers hin zu den einundzwanzig künstlich errichteten Versickerungsbecken, die mittlerweile zu Gewässern und Biotopen mutiert sind und sowohl dem Erhalt der Artenvielfalt als auch der Naherholung dienen, ist ein Beleg für eine nachhaltige Errichtung von Siedlungen, aus dem für analoge Maßnahmen auch zukünftig Nutzen gezogen werden kann.

 

Frohnau bietet trotz einiger Wunden wie Asphaltierung von Straßen und „modernen Wohnhäusern“, die hier nicht hingehören, ein weitgehend geschlossenes Bild für eine am Anfang stehende Philosophie, die Gartenstadtbewegung, ihre Realisierung und ihren weitgehenden Erhalt. Weiter enthält es historische Einrichtungen wie die Invalidensiedlung, den Poloplatz, das Buddhistische Haus, die alle Elemente der Gartenstadtgestaltung sind. Auch die beiden Friedhöfe, der „Waldfriedhof“ und der „Hermsdorfer Friedhof“, der auch zum Ortsteil Frohnau gehört, folgen der gleichen Philosophie, nach der die Wege dem Gelände anpasst sind.
So zeigt der Eingangsweg als ein Parkweg keinen Blick auf Gräber.

Der Bürgerverein Frohnau bietet hiermit an, die zu treffenden Vorarbeiten und Vorbereitung zu koordinieren, um in Kooperation mit den politischen Parteien, der Verwaltung, der Geschäftswelt, den Vereinen und den engagierten Bürgerinnen und Bürgern ein sehenswertes Kleinod im Rahmen der internationalen Gartenausstellung präsentieren und erläutern zu können. Hierzu bieten wir illustrierende Vorträge, spezielle Spaziergänge sowie erläuternde Flyer und Broschüren an.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Lühr

(2. Vorsitzender)