Gesamtkonzeption für die Weiterentwicklung von Frohnau

Das Unikat „Gartenstadt Frohnau“

darf nicht leichtfertig durch voreilige und
nicht aufeinander abgestimmte Klein-Klein-Maßnahmen
aufs Spiel gesetzt werden darf.

Die Leitidee muss sein:

„Frohnau behutsam weiter entwickeln
auf der Basis einer abgestimmten Gesamtkonzeption
und unter Berücksichtigung seiner Historie“.

 

Es ist nicht nur das aktuelle Thema „Alemannenstraße“, sondern eine breite Palette von Themen, die uns als Bürger beschäftigen.

Deshalb haben wir das Thema für die 1. Info-Veranstaltung auch breiter angelegt, nämlich:

Ganzheitliche und nachhaltige Planungen für Frohnau – wohin geht die Reise und was kommt auf die Bürger zu?

Wir wollen damit zu einem Prozess der sachlichen Diskussion anstoßen. Es hat deshalb nichts zu tun mit einer emotional aufgeladenen Bürgerinitiative!

 

Es geht um das „System Frohnau“, deren Struktur und  Gestaltung  mit einer 100-jährigen Historie ein Unikat darstellt. Die Planer J. Brix und F. Genzmer realisierten die Planung und die Gestaltung der neuen Siedlung aus einem Guss, so dass Infrastruktur, Architektur und Siedlungsgestaltung ausgewogen miteinander harmonierten.

In den zurückliegenden Jahren wurde und zur Zeit wird das „System Frohnau" durch nicht sorgfältig abgewogene Alternativen und unter Außerachtlassung des Gesamtsystems gravierend, und zwar mit nachhaltig, nachteiligen Folgen verändert. Hierzu zählen u.a.:

 

  • der 2008 fertig gestellte, neue Regenwasserversickerungsteich im Edelhofdamm

 

Trotz aller Hinweise und Alternativen, die durch die Politiker weg geschoben wurden, wurde für 1,7 Mio Euro ein nicht funktionierendes Bauwerk sprichwörtlich in den Sand gesetzt, was selbst Verantwortliche mittlerweile hinter vorgehaltener Hand als eine Fehlplanung zugeben. Man hatte sich politisch auf das seitens der Berliner Wasserbetriebe geplante "alternativlose Bauwerk" festgelegt und es dann auch so realisiert. Die fachlichen und
finanziellen Folgen haben jetzt die Bürger zu tragen.

 

  • die anstehende Straßenerneuerung in der Alemannenstraße

 

Die vorliegende Planung der Straßenerneuerung in der Alemannenstraße macht ebenfalls deutlich, dass eine ganzheitliche Planung fehlt. Die Straße einschließlich der Gehwege sollen vom „Feinsten“ hergestellt werden,gleichzeitig entstehen aber durch das Bauvorhaben  massive negative Effekte. So wird das Problem der Niederschlagswasserableitung gravierend verschärft. Der neue Straßenbelag lässt keine Versickerung mehr zu, ein verlangsamter Wasserablauf findet nicht mehr statt. Der Abfluss wird vielmehr beschleunigt, durch die Ableitungen über Gullieinläufe und unterirdischen Rohrleitungen wird der Niederschlag noch schneller und in massiver Weise den beiden Niederschlagswasserversickerungsteichen zugeführt. Erschwerend kommt hinzu, dass beide Teiche für die Funktion der Versickerung nicht geeignet sind und mit der vorgesehenen Maßnahme noch zusätzlich belastet werden. Sie liegen in einem Bereich ungünstiger geologischer Untergrundverhältnisse, so dass ein Versickern nur zum Teil erfolgen kann. Beide Teiche führen als Kleinbiotope ständig Wasser.

 

Die aktuelle Planungsmaßnahme mit der Straßenerneuerung macht deutlich, dass man sich bei der Straßenausbauplanung um die historischen Gegebenheiten nicht im ausreichenden Maße Gedanken über das „System Frohnau“ gemacht hat!

Eine Einzelressortplanung ohne Berücksichtigung anderer Zwänge und Notwendigkeiten ruft unabsehbare Folgen auf lange Sicht hervor.

Dass für die Straßen in Frohnau etwas getan werden muss, steht außer Zweifel.

 

Aber zunächst sind die fachlichen Fragen vor dem Hintergrund des „historischen Systems (Niederschlagswasserentwässerung) Frohnau“ sorgfältig und nachvollziehbar klären. Dann erst sind die Entscheidungen zu treffen.

Vor allem ist eingehend abzuklären, welche Schäden und Nachteile durch eine Planung am System der Niederschlagswasserentwässerung in Frohnau hervorgerufen werden können. Hinter allem steht stets die Frage, ob Frohnau in seinen Grundzügen verändert werden oder erhalten bleiben soll.

 

Da keine Gefahr im Verzuge ist und somit die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet ist, stehen Entscheidungen unter keinem Zeitdruck.

Deshalb ist ein Umdenken erforderlich!

Angesagt sind keine Einzellösungen aus unterschiedlichen Ressortzuständigkeiten und parteipolitischer Kirchturmspolitik, sondern integrative, ganzheitliche Lösungsansätze!
Dieses ist die Grundlage für einen sparsamen und effektiven Einsatz ökonomischer Ressourcen.

Man sollte innehalten und sich Zeit nehmen, um eine langfristig tragfähige und nachhaltige Gesamtkonzeption für eine behutsame Weiterentwicklung des „historischen Systems Frohnau“ zu entwickeln. Dieses Gesamtkonzept ist die Planungsgrundlage für die Zukunft! Das ist die Aufgabe der Politik!

Hier sollte man sich ein Beispiel an den grundlegenden Überlegungen der Begründer von Frohnau, J. Brix und F. Genzmer, nehmen, die das einmalige Konzept Frohnau entwarfen (siehe hierzu die Veröffentlichung von Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Lühr).

 

Die erforderliche Gesamtkonzeption enthält die langfristigen Eckpunkte und Kriterien für alle Planungsmaßnahmen. Sie ist die Grundlage, an der sich die Verwaltungen und die Bürgerlangfristig orientieren können. Die zu erstellende Gesamtkonzeption sollte in einem offenen Diskussionsforum unter Beteiligung von Politik, Verwaltung, Fachleuten und Bürger von Frohnau entwickelt und letztlich dann von der BVV verabschiedet werden.

Dieser Prozess stellt auch ein zukunftsweisendes Modell für ein Miteinander von Politik, Verwaltung und engagierter Bürger dar und verhindert im Vorfeld emotional aufgeladene Protestaktionen.

Wichtig dabei ist, dass Alternativen in ihrem fachlichen und ökologischen sowie ökonomischen Auswirkungen aufgezeigt und transparent dokumentiert werden. Der Entscheidungsprozess ist dann in Anlehnung an eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu führen. Der Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau mit seiner Vielzahl von Mitgliedern, darunter fachkompetenten Persönlichkeiten, bietet an, die Voraussetzungen für die Erarbeitung und fachliche sowie öffentliche Begleitung der Gesamtkonzeption zu organisieren.

 

Der Bürgerverein hat zu diesem Problemfeld ein Memorandum erstellt, das er allen Fraktionen in der BVV rechtzeitig vor der abschließenden Bauausschusssitzung über den Ausbau der Alemannenstraße am 22. Juni 2010 zugestellt hat.

Erhaltungsverordnung

Am 9. Oktober 2015 fand die Informationsveranstaltung

„Abriss und Neubau von Häusern in Frohnau - Welchen Einfluss hat die Erhaltungsverordnung?“ statt. Im nebenstehenden Dokument sind die Ergebnisse zusammengefasst worden.

Das Bezirksamt hat zur Erhaltungsverordnung den nebenstehenden Flyer herausgegeben.

In der BVV am 14.10.2015 hat Herr Bezirksstadtrat Martin Lambert im Rahmen der Großen Anfrage das nebenstehenende Statement abgegeben.